Jahrelang hat mein Partner versucht, einen Startplatz bei einem der härtesten Mountainbike Etappen-Rennen der Welt zu bekommen. Jahrelang ist es ihm nicht gelungen. Denn die Entscheidung trifft das Los und die Zahl der Bewerber ist um ein Vielfaches höher als die der Teilnehmer.

Und jetzt, jetzt hat er einen Platz. Vor 10 Jahren – 10 Jahre jünger 😉 – hat er sich diese Strapazen schon einmal angetan. Seitdem ist er fasziniert und will wieder hin.

8 Tage, 700 km, 15.000 Höhenmeter, mit dem Mountainbike quer durch Südafrika – wie kann man sich so etwas antun? Wieso sich darüber hinaus dafür auch noch jahrelang bewerben? Das fragen sich sicher viele.

Entscheidung gefällt

Vor 10 Jahren habe ich mich das auch gefragt und jetzt: Bin ich dabei! Für mich vor Jahren noch völlig ausgeschlossen – und auch jetzt denke ich manchmal, ich muss verrückt sein – aber ja, meine Entscheidung ist gefallen: Ich bin der Teampartner. Denn bei diesem Rennen muss man zu zweit starten.

„Warum mache ich das?“, frage ich mich selbst. Die Antwort ist: Komfortzone ausdehnen, Grenzen überschreiten, Mindset trainieren.

Mein Partner hatte mich schon vor Jahren gefragt, ob ich denn mitkommen würde, wenn er einen Platz bekäme. „Warum nicht. Müssen wir dann sehen“, habe ich gesagt. Aber ganz ehrlich, gedacht habe ich: „Das klappt sowieso nicht.“

Doch jetzt wird es plötzlich ernst. „Ja Bine, wir müssen jetzt innerhalb von 10 Tagen entscheiden, ob wir definitiv dabei sind oder nicht.“

Ich habe keine 2 Minuten gebraucht, um die Entscheidung zu treffen

Na klar machen wir das! Und ich war erstaunt über mich selbst.

  • Warum traue ich mir das zu? Ich fahre Mountainbike, aber in völlig anderen Dimensionen!
  • Warum denke ich das nicht erst mal zu Ende, bevor ich mich entscheide?
  • Warum informiere ich mich nicht erst genauer?

Weil ich verschiedene Dinge über Entscheidungen gelernt habe. Hier sind sie!

  1. Du bekommst immer genau die Gelegenheiten präsentiert, für die du reif bist/die du gerade brauchst

Wenn du darauf vertraust, dann musst du dir keine Sorgen mehr darüber machen, ob du zur rechten Zeit am rechten Ort bist oder ob du etwas schaffst. Entweder du bist erfolgreich oder du lernst. Beides hat seinen Sinn und die Situationen, die deinen Weg kreuzen, sind genau die richtigen für dich, in diesem Moment.

Ich habe das sichere Gefühl – und darüber wundere ich mich selbst – dass diese Herausforderung jetzt gerade für mich dran ist/wichtig und richtig ist.

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  1. Lebe dein Potenzial und nutze die Gelegenheiten/Möglichkeiten, die sich dir bieten

Du weißt nie, wohin dich dieser Weg führen wird. Aber nur indem du Gelegenheiten ergreifst, kannst du etwas ändern. Wenn du nein sagst, kannst du nicht heiraten, kein Kind bekommen, keinen neuen Job. So viel ist sicher. Und dass alles bleibt wie es ist. Es ist nur eine Entscheidung, die dein ganzes Leben verändern kann. Ich liebe es, neue Erfahrungen zu machen! Mich weiter zu entwickeln. Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise führen wird.

  1. Wachstum geschieht außerhalb der Komfortzone

Muskeln baust du nur auf, wenn du trainierst. Die werde ich auch aufbauen. Und das wird hart. Der Fitness-Effekt nebenbei ist schön, aber mich reizen an dieser Aktion vor allem die „Neu-Verdrahtungen“ in meinem Gehirn! Und ich erhoffe mir „mentales“ Wachstum. Am eigenen Leib erfahren, wozu ich tatsächlich imstande bin, wenn es hart auf hart kommt. Grenzen überschreiten und sehen, dass es geht. Extreme erfahren und mich (hoffentlich) auf meinen Körper und vor allem auf meinen Geist verlassen können. Denn diese Strapazen schaffst du nicht mit körperlicher Fitness, sondern mit dem Kopf.

  1. Die meisten Entscheidungen kannst du aus dem Bauch heraus sehr sicher und schnell treffen

Mein Coach sagt folgendes: Überlege dir nacheinander, was schlimmstenfalls passieren kann, was bestenfalls und was das Wahrscheinlichste ist. Danach zähle von 5 rückwärts und entscheide aus dem Gefühl.

Triff die Entscheidung und mache damit den ersten Schritt. Das ist alles! Du musst eben nicht die kompletten Konsequenzen in allen möglichen Varianten bis zu Ende denken, bevor du entscheiden kannst. Das ist sinnlos, weil du sowieso nicht weißt, wie es kommen wird und wie du dann reagieren wirst.

Mach’ den ERSTEN Schritt und sehe dann weiter. Dann rollt der Stein und alles Weitere ergibt sich auf dem Weg. Die Hürden überwindest du dann, wenn du davor stehst, Schritt für Schritt.

  1. Lass dich nicht von Menschen von einem Ziel, einem Traum oder einem tiefen Wunsch abbringen, die selbst keine Ahnung haben

Falls du Rat suchst, dann frage Personen, die deine Situation kennen und die schon getan haben, was du vor hast oder erreicht hast, was du schaffen willst. Vorsicht: Die meisten guten Ratschläge bekommen wir von Menschen, die es selbst nicht besser wissen.

Die einzigen, auf die ich höre, sind Leute, die wissen, wovon sie reden. In meinem Fall ist das mein Partner, der schon dabei war und sind das professionelle Trainer, die selbst schon Etappen-Rennen gefahren sind und wissen, was zu tun ist. Keine Schwester, keine Freundin, kein anderer kann mich davon abhalten.

  1. Frag nicht nach dem „Warum“ oder dem „Warum nicht“. Konzentriere dich auf das „Wie“

Ein Warum fragt nach der Erklärung einer Sache, die sich schon ereignet hat. Daran kannst du nichts mehr ändern. Ein Wie hingegen fragt nach den Möglichkeiten. Wie ist ein Problem zu lösen? Wie kann ich das schaffen? Die Wie-Frage ist aktiv und in die Zukunft gerichtet.

Nachdem die obigen 5 Punkte abgehakt waren, war meine Fragestellung eigentlich überhaupt nicht mehr ob oder ob nicht, sondern nur noch: Wie? Wie bekomme ich das hin? Was muss ich dazu tun? Und jetzt kann ich loslegen und alle Hebel in Bewegung setzen, damit ich zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Schritte mache, um optimal vorbereitet zu sein. 7 Monate habe ich Zeit… Und manchmal denke ich: Du musst total verrückt sein.

Und das habe ich auch gedacht, nachdem ich den Schritt aus der Angestellten-Position gemacht hatte: Du musst total verrückt sein.

Wenn du dich auf den Weg in die Selbstständigkeit machst, ist das eine Herausforderung, die vergleichbar ist mit dem Cape Epic. Und die Entscheidung, den Schritt zu gehen, ist alles andere als einfach.

Meine 6 Tipps kannst du eins zu eins auf diese Situation anwenden. Nochmal kurz zusammengefasst:

  1. Dein bisheriges Leben hat dich optimal für den nächsten Schritt vorbereitet. Vertrau’ darauf.
  2. Packe Gelegenheiten beim Schopf und sag Ja!
  3. Komfortzone verlassen ist super, auch wenn es manchmal weh tut.
  4. 5, 4, 3, 2, 1, entscheide und mache damit den ERSTEN Schritt!
  5. Frag’ Leute, die wissen, wie’s geht. Gerne natürlich auch mich!
  6. Erfolg kreierst du, wenn du das Wie vor das Warum stellst.

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Photo by Caleb Frith on Unsplash