Kannst du dich auch an Ziele erinnern, die du erreicht hast, obwohl du dir das vorher nicht vorstellen konntest? Außergewöhnliche, anspruchsvolle Dinge, eigentlich so außerhalb deiner Möglichkeiten, dass du dir das im Vorhinein nicht hättest träumen lassen, so lange du dich noch nicht ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hattest. Und die du im Nachhinein als absolut machbar empfandst.

Gab es solche Situationen, in denen du rückblickend über dich selbst gestaunt hast, wo du dir selbst sogar fast ein bisschen fremd warst? „Wirklich, das hab’ ICH geschafft?“

Was führt dazu, dass du über dich hinaus wächst und außergewöhnliche Ziele erreichst? Und ich meine wirklich außer-gewöhnlich. In diesem Beitrag will ich nicht über die üblichen Zielerreichungsmethoden sprechen, die wir alle kennen. Du weißt schon: Ziele SMART formulieren und Co. Weil ich meine, dass es zwar wichtig ist, Ziele richtig zu setzen, aber dass das nicht ausreicht.

Ziele erreichen im wahrsten Sinn des Wortes

Nächstes Jahr im März nehme ich am Cape Epic teil. Das ist eines der härtesten Mountainbike Etappenrennen der Welt. Im Nachhinein wird das genau eines dieser Erlebnisse sein, die abgespeichert werden unter „total verrückt“ und „Hab das wirklich ICH gemacht“? Eines der oben genannten außergewöhnlichen Ziele, bei denen ich mir von außen zuschaue und über mich selbst staune. Wenn ich ins Ziel komme. Das ist es, was ich will: Das Ziel erreichen.

Aber erst mal kurz worum es geht: Mein Partner hatte das unwahrscheinliche Glück, im Losverfahren einen Startplatz für besagtes Rennen zu bekommen. Und da man es zu Zweit fahren muss, gehe ich eben mit.

Damit keine falschen Annahmen entstehen: Ich fahre Mountainbike, aber ich bin kein Crack. Ich bin zäh und kann mich quälen, aber etwas vergleichbar Hartes habe ich nie gemacht. Das Rennen geht über 8 Tage, 700 Kilometer und 15000 Höhenmeter und findet im März 2019 in Südafrika statt – 7 Monate Zeit zur Vorbereitung. Das muss reichen. Leider über die Wintermonate, was erschwerend hinzukommt. Manchmal denke ich, dass ich verrückt bin. Dieses Ziel ist eigentlich außerhalb meiner Reichweite.

Ohne Entscheidung keine Zielerreichung

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Der erste Schritt auf dem Weg zum Ziel ist, die Entscheidung zu treffen.

Und zwar ganz klar. Es gibt nur 2 Möglichkeiten: ein klares Ja oder ein klares Nein. Kein Vielleicht und kein „Ich-probier’s-mal“.

In meinem Fall ging das sehr schnell. Ungewöhnlich schnell. Ich habe keine 5 Minuten überlegt, obwohl die Idee, an diesem Rennen teilzunehmen, total überraschend kam. Sie hat mich regelrecht energetisiert. Die Herausforderung hat mich unglaublich gereizt. Mein Bauchgefühl wollte, dass ich diese einzigartige Chance wahrnehme.

Und du kannst dir vorstellen, dass ich in 5 Minuten nicht alles durchdenken konnte. Dass ich nicht überlegt habe, dass ich 5 Mal die Woche trainieren muss. Und ja, auch im Winter. Dass ich nicht geprüft habe, wie schwer die Strecke ist. Oder wo wir übernachten werden. Zum Glück habe ich das nicht getan, denn je mehr du nachdenkst, desto größer werden die Zweifel und die Chance steigt, dass du dich nicht mehr traust.

Genau das erlebe ich auch in meiner Beratung häufig. Der Wunsch zur Veränderung ist groß und wenn ich mit den Menschen spreche, liegt der Weg ganz klar vor ihnen. Doch wenn sie dann beginnen, noch mal darüber zu schlafen und tagelang nachzudenken, kommen alle Ängste und Zweifel, die man sich vorstellen kann, das große Ziel erscheint unerreichbar und sie resignieren.

Höre deshalb auf dein Bauchgefühl. Es hat viel mehr abgespeichert und sofort abrufbar, als dein Verstand bedenken kann.

Kleine Hilfestellung:

Überlege, was schlimmstenfalls passieren kann. Danach, was der beste Fall wäre. Und dann, was wohl am wahrscheinlichsten eintreffen wird. Sobald du die Antworten hast, zähle rückwärts von 5 bis 1 und entscheide.

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Eine starke Verpflichtung

Der erste Schritt ist so wichtig, weil er den Prozess startet. Meine Entscheidung, mein klares „Ja“ war alles, was es brauchte, um den Stein ins Rollen zu bringen. Mein Partner hat unsere Teilnahme zugesagt, wir haben bezahlt. Aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus.

Meine Verpflichtung es zu tun ist sehr stark, das Commitment hoch.

Denn wenn ich „schwächle“, dann kann mein Partner auch nicht teilnehmen, was für ihn sehr schmerzhaft wäre. Außerdem werden wir 7 Monate lang viel Zeit für das Training verwenden. Und wir geben eine ordentliche Summe Geld für den ganzen Spaß aus.

Also einfach mal einen Rückzieher machen is’ nich’. Und das hilft enorm, um durchzuhalten.

Gehe eine Verpflichtung ein. Erzähle anderen von deinem Vorhaben. Investiere Geld. Sorge dafür, dass es schwierig wird oder sogar weh tut, einen Rückzieher zu machen. Wenn dir das doch zu viel ist, dann hast du noch keine klare Entscheidung getroffen und dein Ziel ist für dich offensichtlich nicht attraktiv genug.

In diesem Fall musst du das Ziel noch einmal hinterfragen. Es ist wichtig, dass du’s wirklich selber willst! Du musst dafür brennen!

NACH der Entscheidung hilft gute Vorbereitung Ziele zu erreichen

Wie ist deine Ausgangssituation? Wo stehst du jetzt und wie weit ist dein Weg zum Ziel?

Mein Weg ist weit. 😉 Das ist mir klar. Was das im Detail bedeutet, habe ich vorher nicht eruiert. Das habe ich oben bereits beschrieben.

Nachdem nun die Entscheidung getroffen ist, solltest du dich gut vorbereiten, um deine Ziele zu erreichen. Um zu wissen, wie groß die Distanz ist, habe ich eine Leistungsanalyse machen lassen. Auf Basis des Status Quo kann ich einen sinnvollen Plan erstellen und meine Fortschritte jederzeit prüfen.

Ein fundierter und machbarer Plan

Der Weg zum Ziel besteht aus vielen einzelnen Schritten. Die große Strecke muss in Etappen, in Meilensteine aufgeteilt werden, die du in der richtigen Reihenfolge erreichst. Dazu brauchst du einen sinnvollen Plan.

In meinem Fall: Der Trainingsplan. Genau auf mich abgestimmt. Auf mein derzeitiges Niveau und auf meine Rahmenbedingungen. Das heißt auf meine körperlichen Möglichkeiten, meine verfügbare Zeit und meine sportlichen Aktivitäten. Ich kann nicht einfach dem Trainingsplan meines Partners folgen. Auch wenn der schneller mehr Leistung aufbaut. Was ich damit sagen will:

Der beste Plan ist nichts wert, wenn du ihn nicht umsetzen kannst, weil er nicht zu dir passt. Wenn du dich z.B. überforderst und deshalb die Lust verlierst. Schau nicht darauf, was andere machen. Bleib bei dir, denn es geht um dich.

Und: Ein guter Plan berücksichtigt auch Pausen. Denn „die Muskeln wachsen auf dem Sofa“. 🙂

Jemand, der dich ins Ziel bringt

Wir haben eine Trainerin engagiert, die uns bei unserem Vorhaben begleitet. Sie hat unsere Trainingspläne erstellt und sie wird uns vorbereiten.

Katrin ist Profi. Sie hat schon einige Etappen-Rennen gewonnen und auch schon am Cape Epic teilgenommen. Sie hat gemeistert, was ich meistern will. Sie weiß genau, wie’s läuft und deshalb vertraue ich ihr.

Nicht nur, dass ich mir keinen Trainingsplan erstellen könnte, weil ich es einfach nicht kann. Es beruhigt auch ungemein, dass jemand aufpasst, dass ich keinen Unsinn mache. Wenn sie sagt, ich schaffe das, dann glaub’ ich es.

Und sie steht jederzeit für Fragen und in Motivationstiefs zur Verfügung.

Deshalb: Suche dir einen Coach mit Erfahrung, dem du vertraust und der weiß, wie es geht. Natürlich kannst du alles allein probieren. Ich brauche auch keinen, der mir das Radfahren beibringt ;-). Aber ob ich wirklich das richtige tue, tatsächlich Kondition aufbaue, so dass ich zum richtigen Zeitpunkt fertig bin, über 7 Monate die Disziplin halten kann, mein Ziel erreiche und im März ins Ziel fahre?

Ressourcen um Ziele zu erreichen

Damit du unter den bestmöglichen Voraussetzungen startest, mache dir klar, was du dazu brauchst und stelle die richtigen Ressourcen zur Verfügung.

Sei dir dessen bewusst, dass du investieren musst, um deine Ziele zu erreichen. Von nix kommt nix. Allem voran braucht jedes Ziel Zeit. Wenn du sagst, die hast du nicht, dann gehe zurück zum Anfang. Du brennst nicht genug. Das Ziel ist nicht reizvoll genug. Wenn du es wirklich willst, findest du auch die Zeit. No excuses!

Eine wichtige Ressource ist meist auch Geld. Viele Ziele kannst du auch ohne Geld verfolgen, aber besser und schneller geht es, wenn du Geld investierst. Z.B. für einen Coach.

Oder für die richtige Ausrüstung. Ich habe ein tolles Mountainbike. Aber aus bestimmten Gründen bin ich mit diesem Rad von vorneherein meinem Partner unterlegen. Glaube mir, ich hatte wirklich nicht vor, jetzt on top auch noch in ein Bike zu investieren. Aber will ich schon unter suboptimalen Voraussetzungen in diese Herausforderung starten? Nein.

Dranbleiben, auch wenn’s weh tut

Kaum 2 Wochen im Training, haben wir schon das erste Regen-Wochenende. Es schüttet den ganzen Tag. Na prima, der Herbst fängt gut an! Bevor ich jetzt 2 Stunden im strömenden Regen fahre, erscheint mir das Ergo-Bike das kleinere Übel zu sein. Wer schon mal 2 Stunden auf so einem Teil gesessen hat, weiß wovon ich rede. Ab 1 Stunde 30 spiele ich mehrfach mit dem Gedanken, aufzuhören. Der Hintern schmerzt, der Schweiß tropft… Aber heute schon das Training abkürzen? Kommt gar nicht in Frage!

Durchbeißen gehört zum Business wie zum Sport. Es ist oft nicht einfach. Es macht nicht immer Spaß. Es gibt Rückschläge. An manchen Tagen willst du aufgeben. Das ist normal und nicht schlimm. So lange du am nächsten Tag trotzdem weiter machst.

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Photo by Sabine Votteler