Neulich war ich bei einer Veranstaltung in Los Angeles und hatte die große Ehre, Steve Wozniak zu interviewen. Er war einer von mehreren prominenten Gästen, die bei diesem Event befragt wurden.

Und was möchte man wohl von erfolgreichen Menschen wissen? Was ihr wichtigster Erfolgsfaktor, ihr Schlüssel zum Erfolg ist!

So kam es, dass diese Frage so oder in ähnlicher Form nicht nur an Woz, sondern auch an Michael Douglas, Mel Gibson, Charlie Sheen, Brooke Shields und viele andere gestellt wurde.

Die Antworten haben mich wirklich verblüfft. Die Antwort auf diese Frage war nämlich bei jedem Einzelnen identisch: Passion! Du musst lieben, was du tust.

Geht Erfolg auch ohne Passion?

Ich bin absolut der Meinung, dass Passion bzw. Leidenschaft für die Sache ein wesentlicher Faktor ist, verstehe mich nicht falsch. Aber es gibt auch andere wichtige Punkte, richtig? Es hätte schon noch ein paar alternative Antworten gegeben. Und Passion hätte auch an zweiter oder dritter Stelle ranken können. Aber nein, das Wichtigste für Erfolg ist Passion, also Leidenschaft für das, was du tust.

Das hat mir wirklich zu denken gegeben. Es ist noch nicht so lange her, da war mir das nicht klar. Da war ich der Meinung, man komme mit Fleiß und Know-how alleine ans Ziel. Passion, ein schöner Luxus, der das Arbeitsleben einfacher macht, aber erwarten kann man das nicht. Wir arbeiten ja nicht zum Vergnügen. So dachte ich damals.

Um Erfolg zu haben, musst du dein Bestes geben

Du musst mehr sein als Mittelmaß. Und wie unglaublich schwer oder sogar unmöglich ist das, wenn du etwas nicht gerne machst. Wenn du es hingegen leidenschaftlich gerne tust, dann erreichst du viel mehr auf viel leichtere, ja, fast spielerische Weise. Du fühlst dich lebendig, du hast mehr Ideen und du ziehst mehr Menschen und Gelegenheiten an, die dich unterstützen.

Die zwei Mythen und Missverständnisse über Leidenschaft

  1. Du musst deine Leidenschaft finden

Wie findest du deine Leidenschaft? „Ich weiß eigentlich gar nicht, was meine Passion ist.“ Das höre ich häufig. Wir suchen verzweifelt nach der einen großen Leidenschaft und übersehen die kleinen Dinge. Hierin stecken 2 Fehler: 1. Wir SUCHEN und 2. nach EINER großen Sache.

Leidenschaft lässt sich eher entwickeln als finden. Leidenschaft ist oft das Ergebnis der Anstrengungen, die du in etwas steckst und des Fortschritts, den du machst.

Denn Leidenschaft ist nicht nur das, was du gerne machst. Leidenschaft ist die Schnittmenge aus 2 Faktoren: dem, was du liebst und dem, was du gleichzeitig gut kannst.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du deine Leidenschaft nur in den Dingen findest, die du bereits gut kannst, sondern dass du ganz einfach bei dem starten kannst, was du gerne machst oder wofür du dich interessierst. Mit diesen Themen und Tätigkeiten beschäftigst du dich gerne und deshalb häufiger. Je häufiger du das tust, desto besser wirst du darin. Und am Ende ist es nicht nur etwas, was du gerne tust, sondern eine echte Leidenschaft.

  1. Du musst einfach dein Hobby zum Beruf machen

Wenn wir über Leidenschaft nachdenken, dann ist der naheliegendste Gedanke häufig der an unsere Hobbies und wir überlegen, wie wir diese in ein einträgliches Geschäft verwandeln könnten. Ein Beispiel: Du malst leidenschaftlich gerne und versuchst nun, das Malen zum Beruf zu machen. Nun, wenn du nicht gerade Picasso heißt, wird das vermutlich ein schwieriges Unterfangen.

Du kannst also mit deinem Hobby nicht unbedingt Geld verdienen. Und noch ein Hinweis: Dein Hobby musst du nicht zwangsweise jeden Tag von früh bis spät ausüben wollen. Viele Dinge sind gut für die Freizeit, werden aber langweilig, wenn du davon leben musst.

Leidenschaft ist nicht dein Hobby. Leidenschaft ist eher eine Kombination verschiedener Faktoren, ein bestimmtes Umfeld. Wenn du also leidenschaftlich gerne malst, dann überlege, was genau du daran magst und was dich daran inspiriert. Ist es die Kreativität, sind es die Farben, hat Malen für dich mit Fülle zu tun? Oder mit Freiheit? Liebst du es, dabei deinen Gedanken nachzuhängen, ist es die Wertschätzung für deine Bilder? Was sind die einzelnen Elemente? Und wie könntest du diese im Beruf ausleben?

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Kein Erfolg ohne Leidenschaft, keine Leidenschaft ohne Werte

Der Zusammenhang zwischen Leidenschaft und Werten wird oft übersehen. Ich selbst habe meinen Werten früher keine Beachtung geschenkt. Ich war mir bis vor einigen Jahren nicht einmal über meine Werte im Klaren. Sie sind so wichtig, denn sie steuern dein Wohlbefinden. Immer wenn du ein Ziel verfolgst, das nicht mit deinen Werten übereinstimmt, dann wird es dir schwer fallen. Und umgekehrt: Egal was du tust, sofern du es im Sinne deiner höchsten Werte tust, wirst du Erfüllung und Leidenschaft empfinden.

Wenn dein höchster Wert z.B. persönliches Wachstum ist, wirst du in einer Umgebung, die dir keine Möglichkeit gibt, dich weiter zu entwickeln, nie in deiner vollen Energie sein. Und ganz gleich, ob es im Beruf oder bei privaten Angelegenheiten ist, wann immer eine Sache ins Stocken gerät, wirst du dich nicht wohl fühlen und das Interesse verlieren.

Mache nicht deine Leidenschaft zum Beruf sondern arbeite mit Leidenschaft

Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, WAS du tust, sondern vielmehr darauf, dass du alles, was du machst, mit Leidenschaft tust. Probiere das mal aus. Erledige deine Aufgaben unter Berücksichtigung deines höchsten Wertes und gebe ihnen dadurch eine andere, eine größere Bedeutung. Wie fühlt sich das an? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

Warum ist es manchmal so schwer, seine Leidenschaft zu erkennen?

Viele Menschen verfolgen die Ziele anderer. Entweder, weil sie mehr oder weniger dazu verpflichtet werden oder weil sie sich mit anderen vergleichen und dasselbe erreichen wollen, ohne dabei ihre eigenen Werte zu berücksichtigen. Das Problem ist, dass sie oft nicht realisieren, dass sie das gar nicht selbst sind. Dass sie gar nicht ihr eigenes Ding machen. Während sie unbewusst die falschen Ziele verfolgen, verschwimmen die eigenen. Es wird immer schwieriger, die eigenen Werte zu identifizieren.

Unzufriedenheit, Negativität und Angst sind ein natürlicher Kontroll-Mechanismus, der dir zeigen will, dass du nicht deine eigenen Ziele verfolgst. Wenn das so ist, wird es höchste Zeit, dir deiner eigenen Werte bewusst zu werden und zu überprüfen, ob deine Ziele zu deinen Werten passen.

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Photo by Sabine Votteler