Was in aller Welt ist ein „smartes Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige“? Ich gebe zu, dass der Begriff nicht ganz geläufig ist und sich im ersten Moment vielleicht etwas sperrig anhören mag.

Doch hinter einem smarten Experten-Business für Fach-/Führungskräfte und Selbstständige verbirgt sich ein geniales Konzept für ein wissensbasiertes Business-Modell, mit dem sich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen.

  1. Es eignet sich sowohl für Gründer als auch für Selbstständige mit Experten-Know-how.
  2. Die Realisierbarkeit ist sehr einfach und mit wenig Risiko behaftet.
  3. Es ermöglicht eine mindestens teilweise Entkoppelung von Zeit und Einkommen und damit die Chance, der Zeit-gegen-Geld-Falle zu entkommen.

Kennst du das? Du arbeitest viel und gleichzeitig hast du das Gefühl, viel zu wenig zu schaffen? Am Ende des Tages steht noch – oder wieder – genauso viel auf der Todo-Liste wie am Anfang? Trotz aller Bemühungen, zu priorisieren und zu delegieren, reichen die Stunden nicht aus. Mehr verdienen bedeutet mehr arbeiten. Mit der Zeit bleibt der Spaß auf der Strecke und du hast kein Leben mehr.

In dieser Situation nehmen viele meiner Kunden den ersten Kontakt zu mir auf. Sie sind in ihrer Arbeit gefangen und wünschen sich sehnlichst mehr Ruhe, Flexibilität, Erfüllung und Zufriedenheit. Und vor allem wieder mehr Leben.

Es sind Fach- und Führungskräfte, die erwägen, sich selbstständig zu machen und Selbstständige, die wieder mehr Zeit haben wollen.

Mehr Zeit und Erfüllung mit einem smarten Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige

In diesem Artikel beschreibe ich, warum ein smartes Experten-Business gerade für Fach-/Führungskräfte und für Selbstständige ein Modell ist, um den Tausch von Zeit gegen Geld zu beenden.

Der Text ist in zwei grundsätzliche Bereiche gegliedert:

  1. Experten-Business
  2. Smartes Business

Das smarte Experten-Business bringt das Beste aus beiden Modellen zusammen und eliminiert damit die Schwachstellen des jeweils anderen.

Das Experten-Business eignet sich sowohl für Gründer als auch für bereits Selbstständige. Es schafft die Grundlage. Es basiert auf Expertise und Erfahrung des Unternehmers und ist damit stark an ihn bzw. sie gebunden. Das Produkt ist die Weitergabe von Wissen, z.B. in Form von Beratung. Es birgt die Gefahr der Zeit-gegen-Geld-Falle.

Das smarte Business hingegen sorgt für eine smarte Organisation und Umsetzung, in der Form, dass der Unternehmer unabhängiger und mit mehr Leichtigkeit seinen persönlichen Bedürfnissen gerecht wird. Wachstum wird möglich, auch ohne seine persönliche Eingebundenheit. Es wirkt damit der Zeit-gegen-Geld-Falle entgegen.

Teil #1: Das Experten-Business

Viele sagen: Aber ich bin kein wirklicher Experte*. Ein Experte ist doch jemand, der sich besser als alle anderen auskennt, mehr kann und weiß. Einer, der jede Frage aus dem Effeff beantworten kann.

Stimmt. Allerdings gibt es zwei entscheidende Faktoren, die bei dieser Experten-Definition fehlen:

  1. das Thema, das aus deiner Expertise UND deinen persönlichen Erfahrungen entsteht und die Lösung für ein ganz bestimmtes Problem darstellt und
  2. die Gruppe der Adressaten, die dieses Problem haben.

Beide Faktoren sind in ihrer Art und ihrer Bandbreite flexibel. Du fokussierst dich auf genau den Themenausschnitt und die Zielgruppe, die zu dir passen.

Will ich z.B. als Experte für Digitalisierung gelten, so erfordert das andere Voraussetzungen als wenn ich (konkreter) Experte für Digitalisierung von Vertriebsprozessen in mittelständischen Maschinenbauunternehmen bin.

Sobald du sowohl dein Thema konkretisierst als auch die Zielkunden so wählst, dass du ihnen in deinem Thema voraus bist, bist du auf genau diesem Gebiet und in diesem Rahmen ein Experte. Hier findest du die wichtigsten Kriterien.

Wenn jeder Experte ist, dann ist das Experte-Sein doch nichts mehr wert…

Überall wimmelt es heutzutage von Experten. Gefühlt nennt sich jeder Zweite Experte, es ist die Rede vom Experten-Thema, von der Experten-Positionierung, vom Experten-Status und vom Experten-Business.

Das „WorldWideWeb“ dominiert heute die Kundenakquise und erfordert mehr denn je, dass du dich von deinen unzähligen Mitstreitern abhebst – Experte zu sein, erscheint hier als einfaches Allheilmittel.

Da heißt es, dass jeder in mindestens einer Sache Experte sei. Und dieser Meinung bin ich grundsätzlich auch. Ein Experte im Business-Kontext ist jedoch nur jemand, der sein Know-how zu Geld machen kann. Die meisten tun dies in Form von Dienstleistungen oder Beratung.

Bedeutet das nun, dass z.B. jeder Ernährungsberater ein Experte ist? Oder jede Führungskraft?
In gewisser Weise ja. Die entscheidende Frage ist, ob das zur Experten-Positionierung ausreicht. Wohl kaum. Denn hier trifft genau das zu, was meine Kunden so häufig hemmt: Da gibt es doch schon so viele.

Und nun kommt die bereits erwähnte konkretere Definition von Thema und Zielgruppe zum Tragen. Eine bessere Positionierung wäre z.B.: Experte für natürliche Gewichtsabnahme für Menschen, die darunter leiden, keinen Partner zu finden. Oder Experte für virtuelle Führung internationaler Teams.

Je reifer, desto besser, desto wertvoller – das gilt für Experten genauso wie für guten Wein

Meine Kunden sind vor allem Fach- und Führungskräfte, die sich selbstständig machen wollen und Unternehmer und Unternehmerinnen, die mehr Zeit und Flexibilität anstreben. Daraus folgend sind meine Kunden meist über 40 und bringen in der Regel viel Erfahrung mit – in ihrem Fachgebiet, in ihrem Job und vor allem: im Leben.

Das ist ein hochspannender Erfahrungsmix. Diese Erfahrungen lassen sich unterschiedlich gewichten und kombinieren, je nachdem was du willst. Die einen möchten in ihrem beruflichen Fachgebiet bleiben, die anderen wollen etwas ganz anderes, neues machen.

Doch immer greifen wir auf die wertvollen Erfahrungen zurück. Es erstaunt mich immer wieder, welche Schätze sich da verbergen und noch viel mehr, dass sie den Betroffenen selbst oft gar nicht bewusst sind und erst zu Tage gefördert werden müssen.

Genau das ist das Fundament für ein smartes Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige. Ich könnte es auch Erfahrungsbusiness nennen. Oder Wissensbusiness. Es geht darum, das angesammelte Wissen in der Form weiter zu geben, dass es anderen in ihrer Situation hilft. Was für eine Chance für beide Seiten – Anbieter und Kunden!

Durch die langjährige „Übung“ und dadurch unweigerlich stattfindende Ansammlung verschiedener Fälle, die Anwendung des Wissens in unterschiedlichen Situationen und die dadurch erst mögliche Wahrnehmung von Mustern (Wiederholungen, Ähnlichkeiten und Ausnahmen) entwickelt sich das Experten-Wissen immer weiter – nicht in die Breite, sondern in die Tiefe. Der Experte wird immer souveräner, besser, wertvoller und vergrößert stetig den Abstand zu seinen Mitbewerbern.

Der Experte hat ein tiefes Verständnis für die emotionale Seite der Situation

Eine Person, die über oberflächliches Wissen verfügt, ist also kein Experte. Die Expertise entsteht durch Wiederholung und Übung. Dadurch bist du allmählich in der Lage, Muster zu erkennen. Diese Muster führen zu eigenen Einsichten und Erkenntnissen. Erst dann beginnt sich der wahre Experte zu formen.

Dabei kann, aber muss das Können nicht unbedingt im beruflichen Kontext stehen. Es kann sich um Kenntnisse und Fertigkeiten handeln, um Interessen oder aber um zwischenmenschliche, mentale oder emotionale Fähigkeiten. Du kannst genauso gut Experte in einem Bereich deines Berufs sein, wie z.B. Online-Marketing oder Physiotherapie, wie auch auf Interessensgebieten wie z.B. Oldtimer oder Angeln oder in Qualitäten wie Zuhören und Verstehen oder Motivieren.

Ich habe in meinem Leben schon viele Sportarten ausprobiert: Tauchen, Paragliden, Kitesurfen… Doch für keines dieser Themen bin ich eine Expertin. Bestimmt weiß ich mehr darüber als jemand, der noch nie damit in Berührung gekommen ist. Doch wollte ich einer solchen Person zu diesen Themen tatsächlich etwas beibringen, dann würde sie von mir vermutlich nicht nur Richtiges lernen. Denn all diese Sportarten haben mir zwar einen Riesenspaß gemacht, aber ich habe sie nur sporadisch ausprobiert.

Das heißt: Zu wenig Wiederholungen für eigene Einsichten und Erkenntnisse. Auch zu wenig Wiederholung für Perfektion und Meisterschaft in diesen Sportarten, magst du vielleicht denken.

Stimmt einerseits, doch andererseits: Denke an die beiden einschränkenden Kriterien für die Experten-Definition: Es kommt darauf an, womit genau (Thema) und für wen genau (Gruppe der Adressaten). Es könnte durchaus sein, dass ich in den Augen blutiger Anfänger schon Expertin bin.

Das ist wichtig, denn das hilft dir in dem Moment, wo du dem alten Glaubenssatz aufsitzt: Aber da gibt es doch schon so viele, die viel besser sind als ich.

Wissen, Übung und Einsichten

Ausreichend Wissen, Übung und Einsichten habe ich dagegen z.B. beim Snowboarden. Da kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen berichten. Vom Anfang mit blauen Flecken am ganzen Körper, Muskelkater an bis dahin unbekannten Stellen und unbeabsichtigten „Ausflügen“ in den Tiefschnee, aus dem ich mich kaum mehr befreien konnte. Von der anfänglichen Schwierigkeit, die Balance zu halten über den aufzubringenden Mut, endlich den ersten Bogen talwärts zu fahren, ohne in der Mitte vor lauter Angst abzubrechen bis hin zum ersten Sprung, u.s.w. Ich kann erzählen, wie es sich für MICH angefühlt hat.

Ich weiß, wie jemand in dieser Situation sich fühlt. Und ich kann erklären, mit welchen Tricks ich mich damals überlistet habe. Alles eigene Erfahrung. Wer Snowboard fährt, weiß, wovon ich spreche und wer damit anfängt, wird sich sofort verstanden fühlen.

Experten-Business: Marketing und Kundengewinnung

Ein Experten-Business schafft dir eine einzigartige Positionierung und damit die Abgrenzung zum Wettbewerb. Warum sollten deine Zielkunden ausgerechnet zu dir kommen? Wie bist du anders und wie schaffst du für sie einen besonders hohen Mehrwert?

Über DICH. Und über deine Expertise, aber auch und vor allem über DEINE persönliche Erfahrung. Das heißt über deine Story, über die Herausforderungen, die du erlebt hast und die Lehren die du daraus gezogen, die Einsichten, die du daraus gewonnen hast. Die hat kein anderer so.

Auf der Basis dieser Positionierung ziehst du die richtigen Kunden an, für die du genau der oder die Richtige bist. Wie das geht?

Wenn du so fokussiert vorgehst, dann werden sich nur die richtigen angesprochen fühlen. Nicht jeder will mit dir arbeiten oder kann sich mit deiner Story identifizieren. Und nicht jeder mag deine Art. Genau das macht vielen Angst, denn welche potenziellen Kunden verlierst du auf diese Weise? Die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, die wir wohl alle kennen. Dazu habe ich hier einen Blogartikel veröffentlicht.

Doch auf der anderen Seite, werden genau diejenigen, die du auf den Punkt abholst sich zu 100% verstanden fühlen und beginnen, dir zu vertrauen. Zu Recht, denn du bist für sie die beste Wahl!

Grundvoraussetzung ist Sichtbarkeit

Voraussetzung ist natürlich, dass du in der Wahrnehmung dieser Zielkunden überhaupt eine Rolle spielst. Sie müssen dich kennen lernen und dazu musst du zunächst einmal sichtbar werden.

Das ist per se für viele schon eine riesige Hürde und jetzt erhöht sich der Schwierigkeitsgrad: Um Vertrauen bei deinen Zielkunden zu schaffen und eine Verbindung zu knüpfen, musst du dich öffnen. Mit deiner Story, deiner Persönlichkeit und in deiner authentischen Art.

„Ist es nicht Angeberei, sich selbst so sehr in den Vordergrund zu stellen? Es geht doch nicht um mich, sondern um die Kunden.“

Exakt! Und die müssen dich kennen lernen, damit sie dir vertrauen können. Und das geschieht nicht im allerersten Kontakt. Das bedeutet: Sichtbarkeit ist der erste Schritt. Danach ist Vertrauensaufbau durch mehrerer Kontakte notwendig. Das müssen keine persönlichen Kontakte sein, sondern Berührungspunkte mit dir und deinem Wissen.

Vertrauen wächst nur über mehrfache Kontakte

Die Gleichung lautet also:

Expertise + Story = Positionierung
Positionierung + Sichtbarkeit + Kontakte = Vertrauen

Welchen Arzt konsultierst du, wenn du ein ernsthaftes Problem hast?
Deinen Hausarzt, weil du ihn kennst oder einen Arzt, den dein Hausarzt oder ein Bekannter dir empfiehlt. Oder einen Arzt, der als Experte bekannt ist. In beiden Fällen fand vorher ein Vertrauensaufbau statt. Es gab vorher bereits mehrere „Kontakte“, wenn nicht direkt mit dem Arzt, so über diverse andere Berührungspunkte, wie Empfehlungen, Erzählungen, Berichte.

Beispiel Vertrauensaufbau

Ich selbst habe vor einiger Zeit einen Internet-Experten beauftragt, meine Auffindbarkeit bei Google zu verbessern.

Das Google Ranking ist von sehr vielen Faktoren abhängig und die genauen Auswirkungen einer einzelnen Maßnahme sind ungewiss. Manchmal tut sich ziemlich schnell etwas, manchmal braucht man einen sehr langen Atem.

SEO-Anbieter gibt es wie Sand am Meer, daher ist mir wichtig, dem Partner meiner Wahl zu vertrauen. Täte ich das nicht, dann würde ich spätestens nach 3 Monaten die Zusammenarbeit kündigen, falls sich bis dahin das Investment noch nicht ausgezahlt hätte.

Ich würde daraus schließen, dass die Leistung nicht gut ist, selbst wenn das nicht die Ursache wäre. Ich kann es schlichtweg nicht anders beurteilen als an den Ergebnissen. Es sei denn, ich vertraue der Person.

Geben kommt vor dem Nehmen

„Mein Experte“ hat mein Vertrauen folgendermaßen gewonnen. Ausschlag für die Entscheidung gab ein zufälliges persönliches Kennenlernen bei einem Fach-Kongress.

Besagter Kollege gab mir am Ende eines sehr sympathischen Gesprächs seine Karte und ich stellte überrascht fest, dass mir sein Name schon seit Jahren aus dem Internet geläufig war.

In unserem gemeinsamen Gespräch ging es um eine mögliche Zusammenarbeit für Kunden von mir, da er einen WordPress-Kurs für Anfänger anbietet – also gar nicht um mein Geschäft.

Kaum zuhause, fand ich schon eine E-Mail von ihm in meinem Postfach: Ein kostenloser Zugang zu eben diesem Kurs, damit ich mir ein Bild davon machen konnte. Wow!

2 Tage später bekomme ich per Post sein Buch. Wie nett! Was drin steht, kann ich zu 100% unterschreiben, ich find’s klasse.

Und erst da kam mir die Idee, ich könnte doch eigentlich meine SEO-Optimierung, die mir schon länger ein Dorn im Auge war, abgeben. An ihn.

Wir vereinbarten einen Telefon-Termin, führten ein einstündiges, sehr fruchtbares Telefonat und: Ich war seine Kundin.

Am Ende wollte er mir noch eine Übersicht über seine Leistungen zusenden, damit ich mir ein vollständiges Bild machen konnte. Das hätte ich gar nicht mehr gebraucht, hat mich aber noch mehr überzeugt, weil es meinen positiven Eindruck noch bestätigte.

Du siehst, wieviel kostenlosen Input er mir gab, bevor es sich dann für ihn auszahlte. Content, also werthaltige Inhalte, Authentizität, Persönlichkeit und Helfen – das ist das Marketing des Experten.

Voraussetzungen für ein Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige

Aus all den Überlegungen ergeben sich im Wesentlichen vier Voraussetzungen, die in meiner Definition des „Experten-Business‘“ erfüllt sein müssen.

Voraussetzung #1: Basis ist die Persönlichkeit

Ein Experten-Business ist ein Business, dessen zentrale Ressource der Experte, in der Regel der Inhaber selbst ist. Das Experten-Business rankt sich also rund um den Inhaber, seine Expertise, seine Erfahrung und seine Persönlichkeit.

Eine wichtige Erkenntnis habe ich selbst in meiner Vergangenheit gewonnen: Je mehr ich mich selbst, d.h. meine Persönlichkeit involviere, desto mehr werde ich als Expertin anerkannt, denn dies trägt zu meiner Einzigartigkeit bei.

Deine Kenntnisse sind vielleicht sehr gut und dabei trotzdem nicht einzigartig. Viele Leistungen, viele Angebote ähneln sich. Doch der ganz entscheidende, eine Unterschied, das bist DU.

Experten für Digitalisierung, Marketing-Automation, Netzwerksicherheit, Steuern und vieles mehr findet man zuhauf. Doch das ist als Grundlage für ein Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige nicht genug. Denn diese Themen sind nicht einzigartig.

Deshalb mache DICH als Mensch zum Teil deines Angebots. Beziehe einen einzigartigen Standpunkt zu deinem Thema und lasse das, was DU denkst einfließen in das was du verkaufst. Stecke DICH in dein Produkt oder deine Dienstleistung und in alles drum herum: Wie DU verkaufst, wie DU unterstützt, wie DU erklärst, wie DU lieferst. Dieses „DU“ ist nicht kopierbar.

Voraussetzung #2: Erfahrungswissen statt Information

Ein Experten-Business basiert auf Wissen, das nicht nur gelernt ist, sondern auch erfahren und dadurch verfeinert wurde. Sozusagen angereichert durch persönliche Einsichten und vertreten durch einen persönlichen Standpunkt.

Wie kannst du Wissen verkaufen, wo es doch sämtliche Informationen kostenlos im Internet gibt?

Indem du damit nicht nur Informationen vermittelst, sondern deinem Kunden zu einer Transformation verhilfst, mit Hilfe deines persönlichen Wissens, das durch deine eigene Verknüpfung und Interpretation von Informationen und Erfahrung entstanden ist.

Wissen ist demnach mehr als Information. Wissen kennt die Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen von Informationen. Und geht tiefer.

Mit deinem Wissen verhilfst du nicht nur zu Information, sondern vielmehr zu Transformation.
Das heißt, dein Kunde kann sich mit dir identifizieren und lernt auf eine Art, welche eine Veränderung möglich macht, die für ihn einen Mehrwert darstellt. Er löst mit Hilfe dieses Wissens nicht nur eine einmalige Aufgabe, sondern schafft die Basis für eine nachhaltige Veränderung.

Schreibt zum Beispiel eine Texterin Artikel für ihre Kunden, so erfüllt sie damit immer wieder einen einmaligen Bedarf. Bringt sie ihren Kunden hingegen das Texten bei, so kommen diese auf ein anderes Level: Sie können ihr Wissen selbst anwenden.

Wissen weiterzugeben, das Transformationen ermöglicht, bedeutet nichts anderes als zu lehren. Und zwar deine tiefsten Erkenntnisse.

Voraussetzung #3: Das Produkt ist die Vermittlung von Wissen

Bei einem Experten-Business gibt der Experte seine Expertise und seine eigenen Erfahrungen (in Bezug auf sein Experten-Thema und seine persönliche Story) weiter, in Form von originärem Wissen, nicht in Form einer Leistung, die als Resultat seines Wissens entsteht. Das ist essentiell.

Das heißt, die erwähnte Texterin mag eine Expertin sein, ihr Geschäft ist aber kein Experten-Business, sondern ein Dienstleistungsunternehmen. Sie „lehrt“ nicht ihr Wissen, sondern sie setzt es im Rahmen einer Leistung um. Ein Experten-Business kann sie daraus machen, indem sie ihr Wissen teilt und beispielsweise kostenpflichtige Workshops veranstaltet.

Die Evolution des Experten zum Lehrer: Sei ein offenes Buch

Im Grunde ist es ganz simpel: Das „Produkt“ bzw. Angebot eines Experten-Business ist einfach das Weitergeben von Kenntnissen und Erfahrungen, die sowieso da sind:

  • Deine größten Fehler
  • Was du heute anders machen würdest
  • Deine Erfahrungen, die für andere wertvoll sein könnten
  • Was du gelernt hast
  • Deine einzigartigen Stories, die andere inspirieren könnten

Teile deine exklusiven Geschichten und Erfahrungen auf offene, authentische, begeisterte Weise und du wirst das Vertrauen deiner Kunden gewinnen. Beziehe das, was du erlebt und gelernt hast, in dein Angebot mit ein und du wirst ihnen wirklich helfen, sich weiterzuentwickeln.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es zwischen mir und einer früheren Geschäftspartnerin immer wieder zu Auseinandersetzungen kam, weil wir zum Thema „Wissen kostenlos teilen“ grundverschiedene Meinungen vertraten. Sie war viel damit beschäftigt, Begrenzungen einzubauen: Das schreiben wir, das aber nicht. Ihre Sorge: „Wenn wir alles verraten, dann braucht uns ja keiner mehr zu buchen.“

Einerseits, finde ich, zeugt eine derartige Einstellung von einem sehr schwachen Angebot – oder zumindest einer sehr niedrigen Wertschätzung des eigenen Angebots. Andererseits ist das eine sehr kurzfristige Betrachtung. Dein Wissen zu teilen hat enorm viele Vorteile.

Deshalb lautet meine Antwort, wenn Kunden mich fragen, wieviel ich empfehlen würde, kostenlos zu teilen: So viel, wie du willst!

Voraussetzung #4: Verantwortungsbewusstsein

Immer wieder begegnen mir Anbieter, die sich als Experten bezeichnen, doch – zumindest nach meiner Definition – keine sind. Sie versprechen unglaubliche Erfolge und sie machen das gut. Sie sprechen damit die Probleme ihrer Kunden an und wecken den Glauben, ihnen innerhalb kürzester Zeit bei der Lösung helfen und häufig viel mehr erreichen zu können als sie jemals für möglich gehalten hätten. Ich finde das gefährlich.

Wenn du Wissen vermittelst, dann trägst du meiner Ansicht nach eine große Verantwortung – in zweierlei Hinsicht:

  1. Versprechen:

Ein Experten-Business für Fach-/Führungskräfte und Selbstständige hat das Potenzial, großes Vertrauen aufzubauen. Wahre Experten verstehen ihre Zielgruppe und deren Situation und können 1:1 nachempfinden, was sie bewegt. Sie involvieren ihre persönlichen Erfahrungen und sind deshalb sehr glaubwürdig. Dies sind die Gründe, die sie in die Lage versetzen, ihren Kunden mit ihrem Wissen zu einer Transformation verhelfen zu können.

Wissen ist nach der Definition von Tom McMakin & Doug Fletcher in ihrem Buch „How clients buy“  ein „Glaubwürdigkeitsprodukt“, das anders verkauft werden muss als ein klassisches Produkt. Glaubwürdigkeitsprodukte werden auf der Basis von Vertrauen gekauft.

Als Experte verkaufst du die Hoffnung, dass du der oder die Richtige bist, ein schwerwiegendes Problem endlich lösen oder besser damit umgehen zu können, eine Frustration zu beseitigen, einen Wunschzustand zu erreichen. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Endlich wissen und lernen, wie „es“ geht. Einfach Kunden gewinnen, nachhaltig abnehmen und sein Gewicht halten, den richtigen Partner finden, endlich die richtige Herangehensweise für schwierige Mitarbeiter beherrschen, endlich klar wissen, was der beste Weg in die Digitalisierung ist, endlich Texte schreiben, die verkaufen u.s.w.

Verspreche nichts, was du nicht halten kannst. Denn das schadet nicht nur deiner Reputation, sondern am Ende dem Kunden, der dir vertraut hat.

  1. Korrektes Wissen:

Verkaufst du ein Produkt oder eine Dienstleistung, die nicht hält, was sie verspricht, dann ist das für den Kunden ärgerlich. Das Produkt funktioniert nicht oder geht nach der dritten Benutzung kaputt, die Dienstleistung ist von minderwertiger Qualität oder das versprochene Resultat wird nicht erzielt. Der Haarschnitt ist katastrophal, die Fenster haben Streifen, der Maler hat jede Menge Dreck hinterlassen, der Motor stottert immer noch.

Das alles kann der Käufer reklamieren und der Anbieter wiedergutmachen (na, ja, beim Haarschnitt kommt’s darauf an… ;-)), entweder nachbessern oder neu machen bzw. beim nächsten Mal kostenlos machen.

Wissen kaufe ich, weil ich bei mir oder für mich etwas nachhaltig verändern will. Andernfalls bräuchte ich mir dieses Wissen nicht selbst anzueignen, sondern könnte es einfach „machen lassen“.

Dies hat in der Regel weitreichendere bzw. tiefgreifendere Auswirkungen als ein neuer Haarschnitt oder ein repariertes Auto.

Doch auch dabei erwarte ich basierend auf dem Versprechen des Experten ein bestimmtes Resultat für mich. Allerdings trage ich selbst einen erheblichen Anteil zum Ergebnis bei, was dazu führt, dass der Part des Experten schwierig abgrenzbar ist.

Liegt es daran, dass ich zu wenig Zeit investiert habe oder dass der Experte das Wissen nicht gut genug vermittelt hat, wenn ich das Ziel nicht erreiche?

Vorausgesetzt ich vertraue dem Experten, dann übernehme ich sein Wissen und arbeite damit weiter. Wenn dieses Wissen nun aufgrund mangelnder Kenntnisse oder Sorgfalt falsch ist, dann habe ich nicht nur Zeit und Geld in etwas investiert, das nicht das gewünschte Resultat erbringt. Ich habe mir sogar ein falsches Fundament an Wissen angeeignet, auf dem ich im Zweifelsfall weiter aufbaue, weil ich mir dessen gar nicht bewusst bin.

Sei dir der Tragweite dessen bewusst, was du anderen vermittelst, denn du bestimmst das Fundament für den zukünftigen Erfolg deines Kunden.

Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige im Trend

Wir leben in einer Welt, die sich sehr schnell verändert. Ständig werden wir mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Lebenslanges Lernen ist keine Phantasie von Träumern, sondern erforderlich, um bei den Entwicklungen unserer heutigen Zeit nicht den Anschluss zu verlieren.

Probleme sind vorprogrammiert, durch den Wandel, mit dem die Menschen nicht immer Schritt halten können. Frustration, Erschöpfung, Beziehungsprobleme und Krankheiten sind die Folge.

Der Beratungs-, Coaching- und Knowledge-Markt boomt. Es ist längst kein Eingeständnis von Schwäche mehr, sich Hilfe bei Beratern und Coaches zu suchen. Der Trend zum selbstorganisierten Lernen ist ungebrochen. Online-Lernplattformen, -Kurse und MOOCs sind nicht nur gefragt, sondern längst ist auch didaktische Professionalität im Internet angekommen.
Immer mehr Menschen möchten von Personen lernen, die Wissen aus eigener Erfahrung weitergeben.

Der Markt der Wissensvermittlung ist riesengroß. Und davon kannst du mit einem Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige profitieren.

Doch eh du dich versiehst, steckst du im Hamsterrad

Jede Medaille hat zwei Seiten. Was auf der einen Seite ein Vorteil ist, kann auf der anderen ein Nachteil sein: DU stehst im Mittelpunkt deines Experten-Business. Alles hängt von deiner Person ab.

Doch halt, so ist das nicht gemeint. Du bist das Fundament. Das heißt nicht, dass du auch alles selbst TUN musst. Dann bist du auf dem Holzweg. Das führt vielleicht zu einem Experten-Business, ist aber alles andere als smart. In diese Falle tappen viele, die sich in der Beratung oder mit einer Dienstleistung zum Beispiel als Freelancer selbstständig machen.

Zeit gegen Geld

Als ich mich mit meinem heutigen Geschäft selbstständig machte, startete ich ausschließlich mit Einzel-Coachings bzw. -Beratungen. Das bedeutete, dass mein Einkommen komplett von der mit meinen Kunden zugebrachten Zeit abhing. Ich tauschte meine Zeit gegen Geld.

Nun ist so ein Tag ja endlich und als es immer besser lief, meine Expertise und meine Positionierung sich auszahlten und immer mehr Kunden mit mir arbeiten wollten, kam ich in Zeitnot.

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits mit Gruppen-Coachings gestartet, was schon ein erster Schritt in Richtung einer effizienteren Arbeitsweise war. Doch die Standard-Inhalte passten für viele Kunden nicht 100%-ig. Da ich jedoch den Anspruch hatte und habe, jeden Kunden zu seinem Ergebnis – nämlich seinem Experten-Business – zu verhelfen, bot ich vielen Kunden die Gruppe gar nicht an und betreute sie stattdessen weiterhin einzeln.

So kam es dazu, dass ich eines Tages an dem Punkt stand, wo ich so viele Kunden hatte, dass ich beinahe „aus der Kurve flog“. Eine neue Lösung musste her. Die Gruppen-Programme wurden inhaltsspezifischer und dadurch auch passgenauer für die Kunden. So konnte ich mehr Kunden guten Gewissens in eine passende Gruppe aufnehmen. Dadurch hatte ich weniger Einzeltermine, mehr Kunden und mehr Zeit.

Aus dem Gruppenprogramm wurde in der nächsten Stufe ein Online-Programm, das mein Zeitkonto noch mehr entlastete.

Es ist wirklich ein äußerst unangenehmes Gefühl, wenn dich plötzlich Panik packt, weil du feststellst, dass der Terminkalender Woche für Woche proppenvoll mit Kundenterminen ist, und dir die Zeit davonläuft, um so wichtige Dinge zu tun, wie Akquisegespräche zu führen, Content zu entwickeln oder einen Vortrag vorzubereiten, dessen Präsentationstermin von Tag zu Tag näher rückt.

Teil #2: Das SMARTE Business oder: Experten-Business in Quadratur

Smart zu arbeiten als Unternehmerin bzw. Unternehmer bedeutet für mich nicht, die Person deines Chefs gegen einen neuen Boss, nämlich deine Kunden oder dich selbst einzutauschen und am Ende noch mehr zu arbeiten als vorher, sondern unabhängiger, selbst steuernd und mit mehr Leichtigkeit, deiner Persönlichkeit entsprechend.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich spreche hier nicht von einer 4-Stunden-Woche und einem halben Jahr Urlaub.

Ich rede in erster Linie von einer Entkoppelung von Zeit und Geld, so dass dein Business-Wachstum nicht durch deine Person beschränkt ist.

Smarte Selbstständige oder Menschen, die es werden wollen, stellen sich die Frage: Wie schaffe ich MEHR und/oder erziele dabei HÖHERE Einnahmen und/oder brauche WENIGER ZEIT.

Das smarte Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige ist in meinen Augen die Traumbeziehung zweier sich wunderbar ergänzender Partner:

  • Der Experte sorgt für Inhalt, Positionierung und Marketing
  • Und „Smart“ ist für die Umsetzung zuständig und sorgt dafür, dass der Experte effizient wirken kann.

Unterscheidungskriterien smart versus klassisch

Nach Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg unterscheidet sich das smarte Business vom klassischen Unternehmen oder der klassischen Selbstständigkeit in 3 Feldern:

  1. Einbezug der Persönlichkeit

Wichtig ist hierbei, dass das Business der Persönlichkeit des Gründers entspricht, wobei persönliche Freiheit in Form von zeitlicher und örtlicher Unabhängigkeit eine große Rolle spielen.

  1. Einfach steuerbar

Der Gründer hat alle Ressourcen selbst im Griff, es gibt keine langfristigen, vertraglichen Bindungen, das Investment ist niedrig und das Risiko überschaubar.

  1. Geschäftsmodell

Die „Time to Market“ ist kurz, Marketing und Vertrieb erfolgen meist ohne Umwege, mit direkt messbarer Response und überwiegend digital, Kosten sind niedrig, Erträge hoch, die Prozesse sind standardisierbar und automatisierbar. Die Innovationsstärke liegt häufig in neuen Anwendungen, also im Bereich von Prozessen.

Smart durch “Done-BY-You” statt “Done-for-You”

Als Unternehmer ist es von Vorteil, wenn du (unter anderem) ein Macher oder eine Macherin bist, nicht nur planst, sondern auch entscheidest und handelst – im Sinne deines Business‘. Die Leistungen für deine Kunden solltest du hingegen besser machen LASSEN. Und am besten von den Kunden selbst.

Lass mich erklären, was ich damit meine:

Der Angestellte arbeitet nach dem Prinzip „Done-for-you“. Der Unternehmer und die Führungskraft ebenfalls. Vielleicht erledigen sie die Arbeit nicht selbst, aber in der Kundenbeziehung ist es ein Done-for-you. Die Aufgabe wird für den Kunden erledigt.

Typischerweise werden Produkte hergestellt bzw. verkauft oder Dienstleistungen angeboten, die dem Kunden eine Aufgabe abnehmen, erleichtern oder verschönern. Done-for-you. Der Kunde muss dabei meist nicht viel mehr tun, als zu bezahlen.

Wenn du ein SMARTES Experten-Business für Fach- und Führungskräfte und Selbstständige aufbauen möchtest, musst du vom Done-for-You zum Done-by-You kommen. Du sagst, wie’s geht und der Kunde setzt selbst um.

Je nach Geschäftsmodell lässt sich dieser Prozess über den Zwischenschritt „Done-WITH-you“ aufbauen oder mit diesem mischen. Done-with-you meint eine Zusammenarbeit von Anbieter und Kunden, um gemeinsam etwas umzusetzen.

Smarter Experte zu werden erfordert ein Umdenken – du wirst vom Umsetzer zum Lehrer

Viele meiner Kunden, die aus der Karriere aussteigen und sich selbstständig machen wollen, denken darüber nach, sich mit ihrer Expertise als Berater aufzustellen, d.h. freiberuflich Aufträge zu übernehmen, Projekte zu bearbeiten oder z.B. Interimsmandate anzunehmen. Üblicherweise wird der Projektinhalt gemeinsam mit dem Auftraggeber definiert und ist bei jedem Auftrag je nach Anforderungen anders.

Der Kunde gibt den Takt vor und der Berater setzt um, was gewünscht wird – hoffentlich unter Berücksichtigung dessen, was er als Experte für richtig hält. Der Kunde wünscht eine individuelle Behandlung und hohe Qualität und bestimmt häufig, wie die Zusammenarbeit ablaufen soll: Wo du arbeiten sollst, an welchen Tagen, bei welchen Meetings, etc. Du verbringst deine Tage mit der Dienstleistung der Beratung. Dabei kommt es an dieser Stelle nicht darauf an, ob du eher steuernd oder in der Umsetzung tätig bist.

Wäre es nicht viel „smarter“, Resultate zu verkaufen, die nicht unbedingt deine Anwesenheit erforderten? Weder weil es für den Input nötig wäre, noch weil es so erwartet würde, da diese Tage oder Stunden überhaupt nicht Basis der Verhandlung wären?

Wie wäre es, Beratung oder Dienstleistung nicht nach dem Done-for-you-Prinzip zu verkaufen, sondern sich zu überlegen, wie man die eigene Arbeitszeit so viel wie möglich aus der Leistung heraushalten und auf den Kunden verlagern kann?

Was schon grundsätzlich ein ungewohnter Denkansatz ist, ist für Selbstständige meist völlig undenkbar. Dabei sind sie es, die meist in der größten Falle gefangen sind: Der Dienstleisterfalle. Chef ist der Kunde.

Der Wandel vom klassischen Business zum smarten Experten-Business

Die Texterin sagt: Ich kann doch den Kunden seine Texte nicht selbst schreiben lassen und der Programmierer fragt: Soll der Kunde seinen Code jetzt selbst schreiben? Das wäre Done-by-you.

Jein. Du kannst ihm dein Wissen jedoch mindestens zum Teil beibringen. Doch warum solltest du das tun, mal angenommen, du hast sowieso genug Aufträge? Dann hättest du ja noch mehr Arbeit und noch weniger Zeit. Das wäre nicht smart.

Es geht ja nicht darum, zusätzliche Arbeit zu schaffen. Das Ziel ist genau entgegengesetzt: Done-for-you durch Done-by-you ersetzen, damit weniger selbst arbeiten und mehr Zeit, mehr Flexibilität und mehr persönliche Freiheit gewinnen.

Das schaffst du, indem du dein Wissen vermittelst, also ein Experten-Business daraus machst, das Done-for-you-Angebote hat. Doch das ist nicht genug, denn auch mit Done-for-you kommst du bei vielen Kunden an deine zeitlichen Grenzen. Selbst wenn die Kunden ihre Texte selbst schreiben sollten, brauchst du ja immer noch die Zeit, es jedem beizubringen.

Prozesse und Systeme analysieren

Jetzt bist du genau an der Stelle, wo du dich mit Prozessen und Systemen beschäftigen solltest, damit dir dein smartes Business Freiheit und Flexibilität bringt und du nicht mehr Zeit gegen Geld tauschst. 

An welcher Stelle bist du persönlich in deine Geschäftsprozesse involviert und wie kannst du sie so verändern, dass sie von dir unabhängig sind? Was lässt sich standardisieren und dadurch automatisieren? Wo können Systeme eingesetzt werden?

Für Gründer ist ein smartes Experten-Business ideal, denn Basis ist die Person und ihr Wissen. Es erfordert weder viel Kapital noch viel Zeit an den Markt zu gehen oder andere Ressourcen und beinhaltet kein hohes Risiko.

Zusätzlich ist es durchaus auch ein Modell für etablierte Selbstständige, bei denen das Know-how und die Expertise des Inhabers im Mittelpunkt stehen, jedoch nur indirekt über Produkte und Dienstleistungen erhältlich ist. Dann geht es nämlich „nur“ noch darum, die Expertise selbst sichtbar zu machen und zu verkaufen.

Das erfordert zwei wesentliche Dinge:
Ein Expertenbusiness-Geschäftsmodell und Sichtbarkeit des Experten.

Erinnerst du dich noch an das Beispiel von oben mit meinem SEO-Experten? Ich habe beschrieben, wie er mein Vertrauen und damit mich als Kundin gewonnen hat.

Er hat sein Geschäftsmodell umgebaut. Angefangen mit typischer Dienstleistung (Done-for-you), tut er dies heute nur noch in Einzelfällen. Was ich bei ihm gekauft habe, ist eine Beratungsleistung, ein Coaching. Dieses hat fixe Rahmenbedingungen, wird monatlich bezahlt und er stellt mir sein komplettes Experten-Wissen zur Verfügung, damit ich das Thema selbst immer besser verstehe und es selbst umsetzen kann (eine Mischung aus Done-by-you und Done-with-you).

Er bevorzugt diese Art zu arbeiten, seine Kunden auch, weil sie langfristig mehr davon haben. Er hat ein klares Angebot und eine klare Zielgruppe. Und er wendet sich nicht an Kunden, die kein Interesse daran haben, sich diese Kenntnisse anzueignen, sondern jemanden suchen, der direkt umsetzt.

Was unterscheidet ein smartes Experten-Business von einem Dienstleistungsunternehmen?

Sicher ist dir klar geworden, dass das Experten-Business Wissen verkauft während ein Dienstleistungsunternehmen Leistungen verkauft. Ein Experten-Business ist wesentlich einfacher und weitreichender zu standardisieren, zu automatisieren und damit von deiner Zeit zu entkoppeln und zu skalieren. Eine Dienstleistung, bei der du selbst (oder deine Mitarbeiter) Auftrag für Auftrag Hand anlegen musst, erfordert für jede Einheit von Output eine Einheit Input (in Form von Zeit).

Nehmen wir zum Beispiel eine Grafikdesignerin, die ein riesengroßes Portfolio hat und von der Logoentwicklung über die Broschüre bis hin zum Webdesign alles anbietet, was man sich im Bereich Grafik so vorstellen kann.

Sie macht sehr gute Arbeit und ihr Auftragsbuch ist voll. Mit ihren Kunden verbindet sie zum Teil eine langjährige Zusammenarbeit und auch dies führt dazu, dass sie für sie die unterschiedlichsten Aufträge bearbeitet.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann sie nicht klagen. Wenn da nicht die viele Arbeit wäre. Sie muss alle Aufträge individuell bearbeiten, d.h. für alle individuelle Angebote erstellen. Die Aufträge haben unterschiedliche Bearbeitungszeiten, dadurch entstehen entweder Überlappungen und damit immer wieder Terminengpässe oder „Auftragslöcher“, meistens beides. Sie ist abhängig von den Wünschen und der Zuarbeit ihrer Kunden, dem gewünschten Liefertermin und unvorhersehbaren Variablen, die den Druck zusätzlich erhöhen.

Damit ist sie in der Gestaltung ihrer Zeit gebunden. Und wenn sie wegen eines Zwischenfalls mal nicht arbeiten kann – Krankheit zum Beispiel – dann steht alles still. Nicht nur die Arbeit, sondern auch das Einkommen.

Wie kann die Grafikdesignerin dies ändern und aus ihrer Selbstständigkeit ein smartes Experten-Business machen?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Sie steigt komplett auf ein smartes Experten-Business-Modell
  2. Sie stellt Teile des Business‘ um und generiert damit zumindest einen Anteil der Wertschöpfung mit mehr Leichtigkeit.

In beiden Fällen ist es unbedingt erforderlich, dass sie sich fokussiert. Auf bestimmte Tätigkeiten, mit denen sie sich als Expertin etablieren kann und vielleicht auch auf Zielgruppen, wenn dies dazu beiträgt, dass eine Standardisierung einfacher ist.

Im ersten Schritt muss sie also zur Expertin werden, in einem Bereich, für den sie besonders gute Voraussetzungen mitbringt und in dem sie Kunden einen besonderen Mehrwert liefern kann.
Damit positioniert sie sich mit ihrer individuellen Persönlichkeit und baut ihren Experten-Status auf sowie Marketing und Kommunikation.

Im zweiten Schritt folgt die „Smartisierung“.

Sie denkt ihr Angebot neu, im Sinne von „Done-by-you“ und im Sinne eines Produktes und weniger einer Leistung, standardisiert es, passt ihre Preise an, überarbeitet ihre Prozesse und automatisiert möglichst viele davon, u.a. die Interessentengewinnung. Dazu nutzt sie zur Unterstützung technische Tools und professionelle Systeme.

Sie sollte kritisch alle Bereiche hinterfragen, die dazu führen, dass sie vom Kunden gesteuert wird: Wieviel Support braucht der Kunde? Wieviel persönliche Betreuung z.B. in Form von persönlichen Gesprächen und Meetings? Brauchen Kunden die persönliche Nähe als zwingende Voraussetzung? Sind die Kommunikation und sonstige Schnittstellen mit dem Kunden klar geregelt?

Sie nutzt selbst ein Netzwerk von Freelancern, an die sie einfache Arbeiten auslagern bzw. Spezialaufgaben delegieren kann.

Klassischer und smarter Prozess im Vergleich

Der klassische Prozess der Grafikdesignerin könnte in etwa wie folgt aussehen: 

  1. Kundenakquise: Portfolio zusammenstellen und verschicken
  2. Individuelle Angebotserstellung
  3. Briefing-Gespräch mit dem Kunden
  4. Grobdesign mehrerer Entwürfe
  5. Präsentationstermin
  6. Ausarbeitung Layout
  7. Korrekturen
  8. Endgültigen Entwurf in Datenformate umwandeln
  9. Daten versenden
  10. Rechnung erstellen
  11. Prüfung Rechnungseingang manuell

Zum smarten Experten-Business käme sie auf folgendem Weg:

  1. Festlegung ihres Fokus-Themas, z.B. Expertin für Markenentwicklung für Einzelunternehmer
  2. Standardisierung des Angebots in Form mehrerer fixer Pakete unterschiedlichen Umfangs; dabei Ergänzung durch Wissensvermittlung z.B. in Form von Kunden-Workshops oder Online-Kursen zum Thema Marke; Done-with-you hin zu Done-by-you.
  3. Überarbeitung der Prozesse mit dem Ziel, ihre Person weitestgehend herauszuhalten. Im Vergleich zu ihrem klassischen Prozess könnte das wie folgt aussehen:
    1. Kundenakquise: Automatisiertes Online-Marketing
    2. Angebotserstellung: nicht erforderlich, stattdessen Standard-Pakete mit festen Preisen
    3. Briefing wird über einen Online-Fragebogen abgefragt und danach besprochen, Terminabstimmung erfolgt über Online-Buchungstool
    4. Grobdesign mehrerer Entwürfe: entfällt, da der Kunde sich anhand von vorgefertigten Beispielen einen Grob-Entwurf aussucht
    5. Präsentationstermin: entfällt
    6. Ausarbeitung: besteht aus der Adaption des ausgewählten Beispiels
    7. Korrekturen sind weniger umfangreich
    8. Entwurf in Datenformaten bereitstellen und über gemeinsame Online-Plattform teilen
    9. Daten versenden entfällt
    10. Rechnung erstellen: automatisiert über Buchhaltungstool
    11. Prüfung Rechnungseingang über Buchhaltungstool

Das Spannende daran ist, dass nicht nur der Anbieter sondern auch der Kunde Vorteile aus diesem Vorgehen hat: Klarheit über Angebot und Preise, volle Transparenz, schnellere Umsetzung, weniger eigene Zeit.

Das Format: Wie bietest du dein Wissen an?

Für ein SMARTES Experten-Business für Führungskräfte und Selbstständige solltest du das Format für dien Angebot so wählen, dass es sich vervielfältigen lässt, ohne dass du dazu deine eigene Zeit einsetzen musst – d.h. Skalierbarkeit, zumindest in Teilen.

Dazu gibt es vielzählige Möglichkeiten und es muss kein entweder oder sein. Im Gegenteil: Um deine Kunden in verschiedenen Stadien ihres Kunden-Lebenszyklus zu begleiten, ist es meist von Vorteil, verschiedene Formate im Angebot zu haben.

Darüber hinaus ist es auch sehr gut möglich, ein klassisches Business durch smarte Wissensangebote zu ergänzen und damit zusätzliche Einkommensströme zu generieren.

Einige Möglichkeiten, um aus dem 1:1 Tauschhandel von Zeit gegen Geld heraus zu kommen sind: 

  • Beratungs-Pakete (standardisierte Beratung)
  • Seminare, Kurse, Workshops, Events (du arbeitest mit mehreren Personen anstatt nur mit einer)
  • Online-Kurse/-Produkte (automatisiert)
  • Akademie (Kunden nutzen ein umfangreicheres Kursangebot)
  • Community/Membership (Kunde bezahlt monatlich oder jährlich für eine Mitgliedschaft)
  • Reden (Vermittlung von Wissen an eine größere Gruppe)
  • Buch

Zusammenfassung: Die Entwicklung zum smarten Experten-Business

 Was sind die Merkmale des Geschäftsmodells für ein smartes Experten-Business?

  • Wichtigster Bestandteil ist der Experte, seine Expertise und seine Erfahrung, das DU im Business
  • Deine persönliche Story schafft das Vertrauen deiner Kunden
  • Kunden sind Personen oder Organisationen, die eine nachhaltige Veränderung wünschen und sich deshalb Wissen aneignen wollen
  • Wertangebot ist Spezialwissen, in verschiedenen „Verpackungen“ (Formaten) möglich
  • Dabei wird „Done-for-you“ zu “Done-with-you” und “Done-by-you” und damit immer weniger Zeit gegen Geld getauscht
  • Schlüsselaktivitäten sind originäres Wissen aufbereiten , vertiefen und vermitteln im Gegensatz zu Dienstleistungen
  • Einnahmequellen sind je nach Format Honorare, Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder, Lizenzgebühren, Zertifizierungsgebühren
  • Kosten verursachen vor allem IT und Tools, Content-Erstellung und Content-Aufbereitung
  • Ein Experte berät (bzw. lehrt) immer, selbst wenn er Produkte verkauft. Wenn er sich im Thema auskennt, dann hilft er dadurch dem Kunden, das für ihn und seine individuellen Bedürfnisse beste Produkt auszuwählen. Er bringt dabei nicht nur sein Know-how, sondern auch seine persönliche Erfahrung, seine Kontakte, seine Erlebnisse, seine Beispiele, seine Community mit ein.

Wie gefällt dir das? Konnte ich dich inspirieren, die Option eines smarten Experten-Business für Führungskräfte und Selbstständige für dich in Erwägung zu ziehen?

Noch einmal abschließend der Prozess in aller Kürze: So wirst du zum Experten 

  1. Wissen aneignen – das hast du in der Regel schon!
  2. Dinge wiederholt tun, „üben“, eigene Erfahrungen sammeln, eigene Einsichten gewinnen, besser werden als der Durchschnitt
  3. Den Wunsch entwickeln, dein Wissen weiter zu geben
  4. Eine eigene Methode entwickeln
  5. Dein Wissen vermitteln
  6. Weiterlernen und Expertise vertiefen. Ein Experte hört nie auf, sich weiter zu bilden und zu „experimentieren“, indem er forscht, schreibt, Neues anwendet und ausprobiert.

Anmerkung Experte*: Aufgrund der Länge des Textes habe ich mir dieses Mal erlaubt, die weibliche Form zu vernachlässigen. Natürlich sind als Experten auch „wir Frauen“ angesprochen!

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