Womit soll ich mich selbstständig machen? Das ist die erste Frage, an der viele bei der Überlegung, sich selbstständig zu machen, gleich schon hängen bleiben. Und weil sie sie aus ihrer Sicht nicht zufriedenstellend beantworten können, ihnen nichts Passendes einfällt, sie sich nicht entscheiden können oder alles Angedachte ständig wieder verwerfen, verfolgen sie den Gedanken nicht weiter. Oder gehen das Vorhaben Selbstständigkeit überhaupt nicht erst an.

Ein bisschen mehr Leidenschaft und Engagement braucht es natürlich schon, wenn du dich selbstständig machen willst. Lass dich nicht vom ersten Gegenwindchen stoppen. Da werden dich in der Selbstständigkeit noch ganz andere Stürme durchpusten als diese kleine Brise. 🙂

Selbstständig machen – das Thema finden

Natürlich musst du ein Thema, eine Idee finden, um dich selbstständig zu machen. Aber mit der richtigen Methode ist das kein Hexenwerk. Anmerkung: Idee finden ist eigentlich falsch. Idee entwickeln ist korrekter.

Was es so schwierig macht, ist die Suche im Außen und das Festhalten an dem, was es da draußen schon gibt. An dem, was du kennst und an dem, was du kannst. Und dann kommt das Totschlag-Argument, das ich selbst früher auch immer anführte: Das gibt es ja schon so häufig. Bumm. Idee tot. Motivation tot. Geht nicht. Abgehakt.

Selbstständig machen mit einer Allerweltsidee?

Die Sorge, etwas anzubieten, was es schon gibt, ist weit verbreitet. Warum? Ja klar, da kommt das Gesetz von Angebot und Nachfrage ins Spiel und das lässt sich auch nicht mit Leidenschaft und Engagement schön reden: Mehr Angebot führt zu höherem Wettbewerb und niedrigeren Preisen.

Absolut richtig ist deshalb, dass du etwas Besonderes anbieten solltest, um dich vom Wettbewerb abzuheben. Falsch ist die Annahme, es müsse sich dabei um eine Weltneuheit handeln. Es gibt viele andere Möglichkeiten, dich zu differenzieren.

Was ist eine bessere Frage als „Selbstständig machen womit“?

Die Frage nach dem „Wie“. Womit soll ich mich selbstständig machen führt dich zum Thema, zum Angebot, zu deinen Inhalten und damit zum „Was“. Was biete ich an, was tue ich, was liefere ich, was leiste ich, was verkaufe ich, was sage ich?

Die Antwort lautet dann beispielsweise: Beratung, Coaching, Produkte (Mode, Möbel, Blumen, was auch immer), eine Dienstleistung (Steuerberatung, Massage, etc.), Wissen und Informationen. So lange du nicht ein ganz einzigartiges Angebot hast, ist keinem klar, warum er mit dir arbeiten soll.

WIE bietest du dein Angebot an?

Sobald du dich fragst: „WIE biete ich an, was ich anbiete?“ tun sich jede Menge kreativer Möglichkeiten auf, mit denen du dich unterscheiden kannst.

Nun denkst du vielleicht, dass diese Unterscheidungskriterien zu schwach seien. Meistens nicht. Sie sind nicht an sich zu schwach, sie passen nur entweder nicht zu Zielgruppe, heißt, sind für die Zielpersonen nicht relevant genug oder sie werden zu schwach kommuniziert, was bedeutet, dass die Zielkunden die Vorteile des „Wie’s“ nicht verstehen.

 

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Weißt du noch? Die Angebote damals in der Schule?

Was bewegt Menschen wirklich? Was braucht es, um z.B. eine Botschaft (also ein „Was“) zu vermitteln und um Menschen tatsächlich dazu zu bringen, etwas zu tun oder zu verändern? Ein Ziel zu erreichen? Erfolgreich zu sein? Warum gelingt das einmal besser und einmal weniger gut?

Hängt das tatsächlich mit den Inhalten zusammen?

Warum lernen Kinder in einem Fach besser als in einem anderen? Warum fällt ihnen sogar das Lernen desselben Fachs in einem Schuljahr oft viel leichter als im anderen?

Ich denke, es liegt auf der Hand, dass das mit dem Lehrer zu tun hat. Der Lehrplan hat sich nicht verändert, die Inhalte, die vermittelt werden, sind dieselben. Aber den einen Lehrer mag man lieber als den anderen. Er hat eine andere Art, mit den Kids umzugehen. Und diese Art ist der Schlüssel zu seinem Erfolg bei den Schülern.

Das „Wie“ ist wichtiger als das „Was“

Und worum kümmern wir uns in der Regel am meisten? Um das Was!

Andere Frage: Wie viel Zeit verwendest du, wenn du einen Vortrag oder eine Präsentation vorbereitest? Auf den Inhalt? Und wie viel auf das „Wie“? Wenn du wie ich perfektionistisch bist, dann wirst du einige Zeit für deine Powerpoint-Präsentation aufwenden. Das zähle ich zum „Finishing“. Ich meine mit dem „Wie“ wirklich deine Gedanken rund um diesen „Auftritt“.

Warum ist das „Wie“ so wichtig?

Weil es den Rahmen steckt und damit die Voraussetzungen dafür, dass das „Was“ überhaupt ankommen kann. Das ist im Business nicht anders als in der Schule. Lediglich die Kunden sind etwas größer. 😉

In welchem Klassenzimmer sitzen die Schüler, auf welche gemeinsamen Regeln verständigt und einigt sich die Gruppe, mit welchen Formaten wird der Inhalt vermittelt, wie abwechslungsreich ist das, gibt es Einheiten zur Auflockerung und zur Vertiefung, wie werden die Schüler aktiv einbezogen, wie ist das Verhältnis des Lehrers zu den Schülern, u.s.w.

WIE machst du dein Business? Selbstständig machen und einzigartig sein

Wenn der Context nicht stimmt, kann selbst der beste Content, der beste Inhalt, die wichtigste Botschaft, das tollste Produkt, der außergewöhnlichste Service einfach unbeachtet bleiben. Das ist als ob du einen leckeren Cappuccino in einer Tasse mit Sprung servierst. Der Cappuccino kann noch so gut sein, du kommst leider nur zum Teil in den Genuss.

Wenn also der Context so wichtig ist, dann brauchst du dich gar nicht so sehr durch dein Angebot (also das „Was“) zu differenzieren, so lange du dich bei der Umsetzung, also beim „Wie“, unterscheidest.

Das ist ein super Ansatz, wie du dich von deinem Wettbewerb abheben kannst. Und wenn du dabei deine Persönlichkeit ins Spiel bringst, ist das sogar ziemlich einfach. Weil du und deine Art schon einzigartig sind. Genial, oder?

6 Ansätze für ein einzigartiges „Wie“

Welche Kriterien kannst du als Führungskraft und UnternehmerIn konkret einsetzen, damit deine Inhalte gehört oder deine Angebote angenommen werden. Um dich abzuheben, kannst du natürlich auch mehrere Möglichkeiten kombinieren. Hier kommen ein paar Ideen.

  1. Die Umgebung

In welchem Umfeld du deine Inhalte oder Angebote präsentierst, ist entscheidend für die Aufnahmefähigkeit der Adressaten. Ein Training oder ein Vortrag in einem freundlichen und schönen Raum hat bessere Chancen als eine Vorlesung in einem tristen Saal. Wenn du Unternehmer*In bist, kannst du dich z.B. auszeichnen durch deine Büro-, Verkaufs- oder Praxisräume.

  1. Die Methoden

Mache es deinem Publikum, deiner Zielgruppe oder deinen Schülern einfach, Angebote von dir anzunehmen, ihnen in Erinnerung zu bleiben und Dinge erfolgreich umzusetzen. Gestalte die Inhalte so, dass sie leicht verdaulich, gut zu merken, anzuwenden oder zu verarbeiten sind. Arbeite mit Bausteinen, in kleinen Schritten, mit Beispielen, mit Visualisierungen, etc.

  1. Deine Mission

Was steht hinter deinen Bemühungen? Was ist der Grund dafür und was willst du erreichen mit dem, was du tust? Durch deine Mission setzt du einen Rahmen, mit dem sich deine Zielpersonen identifizieren können.

  1. Deine Werte und Regeln

Deine Werte definieren, was dir wichtig ist, worauf du „wert legst“. Sie beeinflussen die Art und Weise, wie du mit deinen Zielpersonen arbeitest und umgehst. Sie definieren, was du magst oder nicht ausstehen kannst. Außerdem sind Sie die Basis für bestimmte Regeln, die du aufstellst und die die Personen anziehen, die zu dir passen und mit denen du am erfolgreichsten zusammenarbeiten kannst.

  1. Beziehungen und Interaktion

Je nachdem, welche Bedürfnisse deine Zielgruppe hat, macht es einen großen Unterschied, wie du mit ihnen umgehst. Aber auch deine Persönlichkeit kommt hier wieder ins Spiel. In welchem Verhältnis stehst du zu diesen Menschen? Wie persönlich oder anonym, wie nahbar bzw. ansprechbar bist du? Beziehst du sie stark ein und wie? Wie und wie häufig kommunizierst du?

  1. Anerkennung

Wie gibst du deiner Zielgruppe Feedback? Wie ein Schulkind Lob und Anerkennung braucht, so möchte auch ein Erwachsener Wertschätzung erfahren. Bei einem Coaching-Klienten zum Beispiel mag das nahe liegen. Aber auch ein Kunde liebt Feedback. Wenn er sich engagiert hat, wenn er bei dir gekauft oder wenn er eine Leistung bei dir gebucht hat, dann sage ihm, dass er sich richtig entschieden hat. Bedanke dich für sein Engagement. Heiße ihn willkommen. Betreue ihn auch hinterher.

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