„Ich würde mich schon selbstständig machen, aber nur, wenn ich eine gute Geschäftsidee hätte.“ Das habe ich viele Jahre behauptet. Und die gute Idee, also: die „gut genuge“ Idee hatte ich nie!

Ganz offen gesprochen: Ich glaube, ich habe es einfach nie wirklich ernst gemeint. Dafür hatte ich viel zu viel Angst, um meine damalige Kuschel-Zone (alias Komfortzone) gegen ungewisses Neuland einzutauschen.

Doch wenn es sich bei dir auch um eine Ausrede handelt und irgendwelche Ängste dahinterstecken, und die Idee eigentlich nicht das Hauptproblem ist, dann ist das ein anderes Thema. Und das solltest du dir auch eingestehen und näher anschauen.

Lieber anfangen als perfekt sein

Wenn du aber keine deiner Ideen gelten lässt oder sie schneller verwirfst als du sie zu Ende denken kannst. Wenn keine Idee deinen Ansprüchen genügt oder du alles mit der Brille des möglichen Scheiterns betrachtest und überall einen Haken findest, dann mach’ ruhig so weiter. Allerdings wirst du die ultimative Geschäftsidee dann garantiert nicht finden.

„Ja, aber“, wirst du vielleicht einwenden, „wenn die Idee schon nicht 100% überzeugend ist, wie soll dann jemals ein funktionierendes Business draus werden?“.

Da gebe ich dir Recht. Diese Bedenken sind durchaus angebracht und bedürfen einer sorgfältigen Analyse. Aber es muss nicht die absolut genialste Idee sein, die die Welt noch nicht gesehen hat, um zu STARTEN. Und dann was draus zu machen!

Der Erfolg einen Geschäfts hängt nur zu 5% von der Geschäftsidee ab, habe ich kürzlich gelesen.

Viel viel wichtiger sind die Umsetzung und das dafür erforderliche Durchhaltevermögen.

Geschäftsideen müssen sich entwickeln

Denn: Eine Geschäftsidee wird nicht fix und fertig geboren. Sie kommt dir weder über Nacht noch fällt sie dir vor die Füße. Das, was du so schnell wieder verwirfst, was deiner Prüfung nicht standhält, sind keine Geschäftsideen. Es sind erste Beobachtungen, erste Ideen-Ansätze.

Und so zu starten, ist auch genau richtig. Aber es ist eben nur der Anfang. Der erste von 3 wesentlichen Schritten:

  1. Beobachten, Probleme entdecken, sammeln
  2. Analysieren, bewerten, Auswahl treffen
  3. Geschäftsideen entwickeln

So, und in Phase 1 ist eben Bewerten noch nicht dran! Ganz wichtig! Denn wie oben schon erwähnt, fallen dann viel zu viele Ideen direkt durch dein kritisches Raster.

Wer besonders effizient unterwegs ist, macht auch gern den Fehler, gar nicht jeden Gedanken aufzunehmen, sprich aufzuschreiben, weil „das ja eh unrealistisch ist“. Wieder  eine Zäsur, die noch gar nicht dran ist.

Beim ersten Schritt steht Quantität vor Qualität

Wenn du von Anfang an aussortierst (oder gar überhaupt nichts gelten lässt), dann schränkst du damit die Möglichkeiten für Schritt 2 und 3 massiv ein bzw. kommst gar nicht erst zu diesen Schritten.

Häufig ist es so, dass eine Idee auf den ersten Blick zwar nicht machbar oder erfolgversprechend scheint, aber bei der Weiterentwicklung im Zusammenhang mit anderen Ansatzpunkten oder Perspektiven einen entscheidenden Baustein für eine relevante Geschäftsidee darstellt.

Deshalb ist oberste Regel: Bleib offen, schließe nichts aus und filtere erst in Schritt 2 die Ideen heraus, die erfolgversprechend sein KÖNNEN. Und auch diese sind bei weitem nicht „fertig“. Jetzt wird es erst richtig spannend!

Nun kommt die Realität ins Spiel

Entwickle deine Ideen-Auswahl in Schritt 3 zu ersten Geschäftsideen weiter und dann: Teste sie!

Raus damit in die Welt! Das heißt, belasse es nicht bei einer Idee auf dem Papier, erwecke sie zum Leben. Stelle sie der Zielgruppe vor, für die sie gedacht ist. Fange an und setze um! Und dann, wenn du erlebst, was aus deiner Idee in der Realität wird, wenn du siehst, in welche Richtung es geht, verfeinerst du sie – am „lebenden Objekt“, korrigierst, passt an und entwickelst weiter.

In der Umsetzung entsteht das Geschäft

Damit du das notwendige Durchhaltevermögen behältst, ist es wichtig, mit deiner Idee nicht nur ein Problem deiner Zielgruppe zu lösen und deinem Business damit die wirtschaftliche Grundvoraussetzung zu geben. Die Idee sollte außerdem basieren auf deiner Leidenschaft, deinen Stärken, deinen Kenntnissen und Fähigkeiten und dem, was dich im Besonderen ausmacht. Und was du in deinem Leben willst. Wer willst du sein, wo willst du stehen? Darauf musst du dein Business ausrichten.

Ich sehe es wie eine Komposition, wie ein Kunstwerk

Oder wie ein tolles Gericht. Am Anfang steht eine Vorstellung, wie es schmecken soll und was drin sein soll. Dann wird das Rezept überlegt. Jede einzelne Zutat ist wichtig. Mehr noch: In einer genau bestimmten Menge. Die Zubereitung muss in einer bestimmten Reihenfolge geschehen und unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Zum Beispiel darfst du das Gericht nur bei einer bestimmten Temperatur eine bestimmte Zeit im Ofen lassen, du musst es mit ganz bestimmten Gewürzen abschmecken, vielleicht flambieren, garnieren… Und es ist sogar wichtig, wie du es auf dem Teller anrichtest. Wenn ein Bestandteil fehlt oder nicht beachtet wird, dann ist es nicht das Gleiche. Und möglicherweise nicht perfekt.

Aber genau so zubereitet ist es einzigartig. Obwohl nur Zutaten drin sind, die sich in vielen anderen Gerichten auch finden und die überall und für jeden erhältlich sind.

Aus deinen Ideenansätzen dieses Rezept auszudenken und dann auszuprobieren, zu testen, abzuschmecken und zur Vollendung zu bringen, das ist deine Aufgabe bei der Entwicklung deiner Geschäftsidee.

Und wenn du kein Koch bist…

😉 Konkret: Folge den 3 Schritten von oben. Und die kannst du übrigens gehen, BEVOR du alles auf eine Karte setzt und den Sprung in die Selbstständigkeit wagst. Viel Spaß dabei!

Du kannst dir das nicht vorstellen? Ich erkläre es dir sehr gerne. Lass uns einfach telefonieren. Hier gibt es Termine: Bit.ly/TERMIN_SV

Mehr davon? Dann melde dich zu meinem Newsletter an und ich informiere dich, sobald es wieder was Neues zu lesen gibt.

Photo by Fabrizio Magoni on Unsplash

Leave a Reply

Your email address will not be published.