Geschäftsidee für Berater

Warum du eine Geschäftsidee brauchst – selbst wenn du nur deine Expertise auf eigene Rechnung anbieten willst


Die Geschäftsidee ist die Keimzelle eines jeden Businesses. Sobald eine Idee, also eine Vorstellung geboren ist, können wir beginnen, darauf hinzuarbeiten.

Wenn die Idee attraktiv genug ist, dann fangen wir unweigerlich damit an, sie weiter zu spinnen, zu konkretisieren und darüber nachzudenken, wie wir sie umsetzen können. Und wir freuen uns darauf, dass die Idee lebendig wird. So wird aus der Geschäftsidee, aus einem immateriellen Konstrukt von Gedanken, ein reales Geschäft.

Es gibt aus meiner Sicht zwei absolut wesentliche Voraussetzungen für den Mut, ein Geschäft zu starten und für das anschließende Gelingen einer Selbstständigkeit:

  1. eine konkrete Vorstellung, wie diese Selbstständigkeit aussehen soll und
  2. dass diese Vorstellung attraktiv für dich ist.

 

Warum „Beratung“ keine Geschäftsidee ist, du aber auch als Berater eine Geschäftsidee brauchst

Die meisten meiner Kunden kommen aus einer langjährigen Karriere und haben den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Das ist der Anlass für sie, über eine berufliche Selbstständigkeit überhaupt erst nachzudenken.

ManagerInnen und Manager, die Unterstützung in Form einer Beratung oder eines Coachings, z.B. bei mir, suchen, lassen sich in zwei Gruppen unterteilen.

  • Die erste, größere Gruppe sind diejenigen, die keine Geschäftsidee haben. Sie wissen einfach nicht, was sie mit ihrer Erfahrung anfangen können. Sie zweifeln häufig entweder daran, dass „das jemand braucht und dafür Geld bezahlt“ oder glauben nicht an eine reale Erfolgschance, weil es „schon so viele gibt, die das Gleiche anbieten“.
  • Dann gibt es noch die andere Fraktion. Diejenigen, die als Berater (oder Trainer, Coach, Dienstleister) starten und in der Selbstständigkeit das anbieten wollen, worin sie jahrzehntelange berufliche Erfahrung gesammelt haben. Sie verkaufen ihre Expertise auf eigene Rechnung. Das ist die ganze Geschäftsidee.

Wenn diese zuletzt genannten Kunden zu mir kommen, haben sie ihr Business meist schon gestartet. Oft haben sie bereits eine Website und auch schon den ein oder anderen Auftrag. Und eigentlich sahen sie bisher keine Notwendigkeit, sich unterstützen zu lassen, denn sie wissen ja, was sie können und wollen.

Das Problem, das sie erst allmählich realisieren:

Sie gewinnen zu wenig Kunden und können nur Preise durchsetzen, die unter dem liegen, was sie sich wünschen. Die noch weiter Fortgeschrittenen unter ihnen spüren zusätzlich, dass sie wieder ins Hamsterrad geraten sind.

Beiden Gruppen ist gemein, dass sie häufig keine konkrete Vorstellung davon haben, was sie wollen. Egal ob sie ganz am Anfang stehen oder bereits mit dem Naheliegenden (dem, was sie schon viele Jahre gemacht haben) gestartet  sind. Sie wissen es nicht für ihr Business und vor allem nicht für ihr Leben. Das ist die erste, oben genannte wichtige Voraussetzung.

Ich kenne das. Ich war selbst dort. In der Anstellung als Führungskraft war das Wollen relativ eingeschränkt. Eigene Ziele waren oft nicht mit denen des Unternehmens kompatibel. Anpassung war wichtiger. Irgendwann konnte ich das nicht mehr: so handeln, als wäre ich mit allem einverstanden.

Nach dem Ausstieg aus dem Job war freies Denken und Wünschen wieder möglich. Doch es war fast, als hätte ich das Wollen verlernt. Ich hatte meinen “Wunschmuskel” darauf trainiert, sich innerhalb von Optionen zu bewegen. Möglichkeiten darüber hinaus sah ich überhaupt nicht mehr.

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Ich brauche keine Geschäftsidee

Diejenigen, die sich selbstständig machen, um dasselbe zu tun wie vorher, sagen vielleicht: Mir macht mein Job inhaltlich Spaß. Ich will nur die Einschränkungen durch die Organisation nicht mehr. Wenn ich selbstbestimmt arbeiten und dabei so viel verdienen kann wie vorher, dann bin ich schon zufrieden.

Deshalb brauche ich keine Geschäftsidee.

Wer so denkt, schätzt aus meiner eigenen Erfahrung die Situation völlig falsch ein. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er nie in den Genuss der Vorzüge einer Selbstständigkeit – die erwünschte Selbstbestimmung – kommen wird. Viele dieser Selbstständigen gehen letztendlich resigniert in eine Anstellung zurück, weil sie sich das ganz anders vorgestellt hatten.

 

Eine attraktive Geschäftsidee, die in erster Linie DICH begeistert

Auch wenn du BeraterIn oder Dienstleister werden willst und im Grunde genau das auf eigene Rechnung anbieten willst, worin du in der Anstellung Know-how aufgebaut hast, brauchst du eine Geschäftsidee. Das heißt eine Vorstellung, wie dein Business in Zukunft aussehen soll, eine Mission, die du damit verfolgst und einen Plan, wie du es dahin entwickeln kannst. Etwas, das dich inspiriert und begeistert – die zweite wesentliche Voraussetzung vom Anfang dieses Artikels.

Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob du dir ausmalst, WAS du tun wirst, z.B. welche Projekte du für Kunden bearbeiten oder welche Tätigkeiten du übernehmen wirst, oder WIE dein Business aussehen wird. Im ersten Fall denkst du sozusagen „von unten nach oben“ und du fühlst dich dabei sehr viel kleiner und unbedeutender als im zweiten Fall, wenn du „von oben nach unten“ denkst. Dies eröffnet viel interessantere und vielfältigere Möglichkeiten.

“Ich mache einfach so weiter wie bisher – nur selbstständig” ist nicht wirklich spannend und attraktiv, inspiriert dich nicht zu neuen Ideen und mobilisiert dich nicht, die extra Meile zu gehen. Nebenbei bemerkt macht es dich auch nicht zum anerkannten Experten.

 

Entwickle ein Bild von deinem Business und sei sein Leader

Die Businessidee z.B. einer Marketing-Expertin ist dann nicht „Marketing-Beratung“ sondern beinhaltet eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Teilgebiet für ein bestimmtes Problem und eine bestimmte Zielgruppe. Sie berücksichtigt das Resultat, das sie liefert und definiert, warum gerade ihre Leistung für ihre Kunden relevant ist und welchen Impact sie auf ihre Kunden, die Branche oder vielleicht sogar die Welt hat. Auf dieser Basis kann sie zielgerichtet und strategisch ihr Business aufbauen.

Wenn du „nur“ weg aus der Anstellung willst, aber nicht hin zu einem eigenen Business sondern im Grunde so weiter machen wie bisher, dann ist die Chance groß, dass du in einem neuen und schlimmeren Hamsterrad landest. Dieses Risiko laufen die freien Berater, Freelancer, Coaches und Dienstleister. Dagegen war die Anstellung ein Spaziergang, denn neben dem Job bist du nun auch für viele andere Dinge verantwortlich.

Deshalb entwickle ein Bild von deinem BUSINESS (nicht von deiner Arbeit), auch dann wenn du Freelancer bist, in dem du nicht der Erfüllungsgehilfe deiner Kunden sondern der Leader deines Geschäfts wirst.

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