Keine Angst vor Konkurrenz

Keine Angst vor Konkurrenz


„Marketing geht auch einfach und clever.“ Das ist die Überzeugung meines Interview-Gastes Ulli Anderwald. Sie hat sich 2018 mit ihrer Marketingberatung selbstständig gemacht, in einem Bereich also, wo es jede Menge Anbieter gibt – aber ohne Angst vor Konkurrenz und mit Erfolg.

HÖRE HIER DIE PODCAST-EPISODE:

Aber der Reihe nach…

Die studierte Marketing-Expertin verantwortete in ihrer Anstellung zuletzt das Marketing eines internationalen Konzerns. Insgesamt 9 Jahre in diesem Unternehmen schaffte sie es nach 6 Jahren „Kampf“ im männerdominierten Umfeld in die Führungsposition.

Das war eine spannende Aufgabe, die sie mochte. Doch dann veränderte sich das Konzern-Management. Es gab einen neuen CEO, der allmählich ein neues Team aufbaute und damit veränderte sich auch die Unternehmenskultur.

 

Die Kündigung – der Schock

Ulli spürte, dass ihr dieses Umfeld immer weniger zusagte. Ihr Plan war daher, eine andere Anstellung zu finden. Doch ehe sie sich versah, kam ihr Chef ihr zuvor.

Es war der Black Friday 2017, ein wahrlich schwarzer Tag für sie… Direkt nach dem morgendlichen Meeting bestellte ihr Chef sie in ein Einzelgespräch. Ohne etwas zu ahnen, erfuhr sie dann, dass man sich von ihr trennen wollte. Ihr Chef kündigte ihr. Knall auf Fall.

Der Grund, den er nannte: “For the reason of change…”

Man kann sich vorstellen, dass das ein Schock war. Auch wenn Ulli sich schon mit Wechselgedanken befasst hatte. Wie häufig in solchen Positionen üblich: Sie musste sofort alle ihre “Gerätschaften” abgeben und die Firma verlassen. Wer das schon erlebt hat, weiß: Es ist hart.

 

Finanzieller Puffer, positive Einstellung und keine Angst vor Konkurrenz

Ulli war freigestellt und wurde noch eine Zeit lang bezahlt. Daher hatte sie einen finanziellen Puffer. Und so keimte die schon länger schlummernde Idee einer Selbstständigkeit wieder auf und sie wurde immer attraktiver.

Sie dachte: Das Schlimmste, was passieren kann: Ich merke in zwei Jahren, dass es nicht das Richtige war und muss zurück in eine Anstellung.

Hätte es in diesem Zeitraum mit einer neuen Stelle geklappt, wäre sie vielleicht nie selbstständig geworden. Doch vielleicht hatte das Schicksal seine Hände im Spiel.

Und so sah sie die Situation positiv: Sie hatte mehrere Monate Zeit zum Überlegen, die sie bei einer initiativen Kündigung nicht gehabt hätte.

 

Analog oder digital? Oder beides?

Etwas mit Marketing sollte es sein, das war klar. Doch sie dachte am Anfang an ein „analoges“ Geschäft. Das kam anders. Wieder einmal zeigt sich auch in diesem Lebenslauf, wie sich der Prozess allmählich selbst gestaltet. Dazu gleich mehr…

Zu Beginn konnte sie bei einer Agentur mitarbeiten, wo sie erste Erfahrungen sammeln konnte und erste Einnahmen hatte.

Dann kam das Angebot einer Bekannten, in ihre Agentur mit einzusteigen, doch Ulli wurde sehr schnell klar, dass sie ihr eigenes Ding machen wollte.

 

Über Marketing und Angst vor Konkurrenz

Zur Kundengewinnung nutzte Ulli ihr schon recht großes Netzwerk auf LinkedIn, um mit Beiträgen auf sich aufmerksam zu machen. Schwieriger war es auf anderen Social Media Plattformen wie Facebook und Instagram, die sie bis dahin nur privat genutzt hatte. Doch auch hier wurde sie sehr aktiv.

Natürlich hat sie auch ganz andere Maßnahmen ergriffen. Wir sprechen zum Beispiel über Kooperationen und Netzwerke. Und darüber, wie man heraussticht und genug vom Kuchen abbekommt, wenn man in einem so dicht besetzten Markt unterwegs ist. Angst vor Konkurrenz kannte Ulli nicht.

Sie meint dazu so richtig: „Ich würde mir eher Gedanken machen, wenn ich was machen wollte, was es noch nicht gibt.“

Die richtigen Kunden für sich zu gewinnen, hängt oft damit zusammen, wie gut man mit einer Person zurechtkommt. Die Leistung ist meistens nicht das ausschlaggebende Kriterium. Es kommt viel mehr auf das Wie (du es machst und wie du bist) als auf das Was an. Ein spannender Ansatz, den wir im Gespräch näher ausführen.

Schau dir hier das Interview im Video an:

Keine Angst vor Konkurrenz

 

Als es so richtig anlief, lief’s plötzlich gar nicht mehr

Die ersten zwei Jahre ihres Business‘ waren defizitär, einfach weil Ulli ganz bewusst sehr viel Geld für Weiterbildung ausgab. Anfang 2020 war sie dann gut gerüstet und mit allem notwendigen Know-how ausgestattet. Das Jahr startete erfolgreich und sie war ausgebucht!

Dann kam Corona. Und ein Umsatzeinbruch auf ein Drittel. Zu wenig, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Das war einer der Momente, in denen sie zweifelte. Sie überlegte, ihr Unternehmen vorübergehend stillzulegen.

 

Die Krise als Chance nutzen

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie ein Projekt gemeinsam mit einem Fotografen gestartet, bei dem sie sich niemals hätte vorstellen können, dass dies komplett online möglich sein könnte.

Doch tatsächlich konnten sie dieses Angebot auf Online umstellen und den Kunden damit sogar einen noch größeren Nutzen bieten. Ihr ganzes Geschäft lief schließlich online.

Und am Ende konnte sie ihren Umsatz in diesem Corona-Jahr sogar verdoppeln!

Wir sind uns einig: Als Selbstständiger muss man lernen, mit den Aufs und Abs zu leben. Und manchmal führen Einbrüche, die am Anfang ganz schrecklich erscheinen, dich auf einen neuen Weg, den du sonst nicht genommen hättest.

Das Schöne ist, dass DU es in der Hand hast, die Dinge zu steuern. Ulli sagt, sie möchte ihre Flexibilität und Freiheit nie mehr eintauschen, denn das ist unbezahlbar.

 

Ullis abschließender Tipp für alle, die noch vor dem Schritt in die Selbstständigkeit stehen:

Spring mutig ins kalte Wasser, denn da lernt man super schwimmen. Dann kannst du dir zumindest nicht vorwerfen, dass du es nicht probiert hast.

Ulrike Anderwalds Website findest du unter:

https://blau-pause.at

 

Warum „Let’s talk about“?

Ich habe diese Reihe ins Leben gerufen, weil ich weiß, dass es eine ordentliche Portion Mut erfordert, aus der Angestelltenrolle in die Selbstständigkeit zu gehen. Und weil ich außerdem weiß, dass Vorbilder und Gleichgesinnte ein ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg sind.

Sie zeigen eben, dass es funktioniert. Dass nicht immer alles glattläuft. Dass der Erfolg nicht über Nacht kommt, dass jeder Hürden überwinden muss, dass es nicht nur Mut, sondern auch Durchhaltevermögen braucht.

Und sie erzählen, wie SIE es gemacht haben. Sie berichten über ihre ganz persönliche Geschichte, sprechen offen über ihre Ängste und auch über Misserfolge. Und natürlich über ihre eigenen Erfolgsrezepte.

WENN SIE ES GESCHAFFT HABEN, DANN SCHAFFST DU ES AUCH

Ähnliche Artikel