unglücklich im Job

Unglücklich im Job – warum eigentlich?


Warum habe ich mich irgendwann so schlecht gefühlt? So unglücklich in meinem Job? So gelangweilt und gleichzeitig so gestresst. So unmotiviert und so überfordert. So zerfressen von Selbstzweifeln und so klein und manchmal fast unsichtbar. Trotz Top-Position in einem internationalen Unternehmen.

Wo war die selbstbewusste, entscheidungsfreudige Powerfrau geblieben? Die, die immer den Ton angab und die vor Ideen sprudelte? Die voranpreschte und ihr Team mitriss? Die, die tolle Ergebnisse erzielte und sich in der Anerkennung sonnte? Die Anerkennung und Wertschätzung, die mir irgendwann so sehr fehlte.

 

Unglücklich im Job – bist du auf den falschen Weg geraten?

Ich habe diese eine Abzweigung gefunden, die ich damals genommen habe, ohne zu ahnen, welche Konsequenzen das haben würde. Die, die alles ausgelöst hat und wegen der ich letztendlich unglücklich im Job wurde.

War sie falsch? Na, das kann man nicht mal so sagen, denn sie hat mich in vielen Bereichen weit vorangebracht. Hätte ich diese Abzweigung nicht genommen, dann wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Ich wäre in meiner fachlichen und persönlichen Entwicklung nicht so weit gekommen. Ich erspare mir Spekulationen, was sich sonst hätte ergeben können.

Wäre ich mir allerdings treu geblieben und hätte früher gewusst, was mir wirklich wichtig ist, dann hätte ich es vermutlich einfacher und mit weniger Frust geschafft.

Falls du dir als Alternative auch eine Selbstständigkeit vorstellen kannst, dann empfehle ich dir meinen kostenlosen Sommerkurs ab Mitte August.

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Bist du dir selbst (noch) treu?

Ich erzähle dir jetzt mal die Geschichte von meinen ersten Jobs nach dem Studium. Und ich bin gespannt, ob du merkst, wo der Bruch war… also diese eine Abzweigung.

Mein Einstieg war in einem Versandhandelsunternehmen. Die Firma verkaufte als Vollsortimenter alles, was Kindergärten und andere soziale Einrichtungen benötigen und war der Branchenführer. Ich startete als stellvertretende Vertriebsleiterin. Meine Aufgaben waren vielfältig.

Ich hatte die Verantwortung für alle möglichen Marketingmaßnahmen. Das reichte vom dicken Katalog bis zur Kundenzeitschrift und zu den Messeauftritten.

Außerdem war ich für den Außendienst zuständig und für alle möglichen Aktionen und Veranstaltungen in diesem Zusammenhang.

Auch das Spielwarensortiment gehörte zu meinem Bereich. Das heißt, ich habe gemeinsam mit dem Einkauf die Produkte für den Spielwarenbereich geplant.

Ach, und fast vergessen: Nebenbei musste sämtliche Jobs in der Abteilung beherrschen, denn ich vertrat jede Kollegin im Urlaub. Eine ziemliche Herausforderung bis ich da überall 100%-ig durchgeblickt und v.a. unter den Argusaugen meiner älteren Kolleginnen bestanden habe. 😉

Wenn ich das jetzt so lese, dann war das einiges. Für einen Berufsanfänger… Aber genau diese Herausforderung, diese Vielfalt und die Kreativität, die ich dabei ausleben konnte – und man ließ mich auch – das war fantastisch. Ich habe viel gearbeitet und es geliebt!

 

Authentisch sein, deine Stärken nutzen, Erfolg haben, den Flow spüren – Machst du DEIN Ding?

In meiner nächsten Station in derselben Unternehmensgruppe hatte ich das unglaubliche Privileg, eine eigene Idee zum Leben zu bringen. Etwas, das in diesem Produktions- und Handelsunternehmen völlig neu war. Ich habe eine Event-Agentur aufgebaut und jahrelang geleitet.

Das war noch besser! Hier konnte ich schalten und walten, wie ich wollte. Keiner redete mir rein, denn es kannte sich sowieso keiner aus. Ich habe alles neu „erfunden“ und ich hatte Erfolg. Und die volle Unterstützung der Geschäftsleitung. Das war mein Ding. Ich hatte die Freiheit, das zu tun, was ich für richtig hielt. Und der Erfolg gab mir recht.

Ich bin regelrecht aufgeblüht. Habe sämtliche Strukturen und Prozesse von Grund auf aufgebaut, verrückte Konzepte entwickelt, tolle Mitarbeiter geführt. Ich konnte meine organisatorischen Fähigkeiten, meine menschlichen Stärken und meine Kreativität voll einbringen.

 

Vertrauen und Wertschätzung erfahren

Und dann? Kam das nächste Angebot. Man hatte mittlerweile so viel Vertrauen in mich, dass ich die Chance bekam, noch mal ein Unternehmen aufzubauen. Dieses Mal einen neuen Versand- und Onlinehandel. Toll!

Wieder bei Null begonnen. Dieses Mal durfte ich meine Kreativität unter anderem in der Entwicklung einer eigenen Modekollektion ausleben. Fantastische Umsätze erzielt, weit über den Erwartungen. Und mein Image im Unternehmen wurde immer besser.

Kleiner Wermutstropfen: Mein Gehalt stieg nicht im selben Maß. Hm… Nun ja, meine Einstellung war immer: Zuerst liefern und dann fordern. Also, so dachte ich, habe ich vielleicht einfach noch nicht genug geliefert. Deshalb weiter liefern.

Und ich sagte mir immer: Es macht ja auch Spaß! Was bringt mir viel Geld, wenn ich unglücklich im Job bin? Die berufliche Erfüllung und der Spaß waren mir wirklich viel wichtiger als das Gehalt. Was mir jedoch auch wichtig war, war die Wertschätzung und die drückte sich für mich schon auch im Gehalt aus.

Wie der „Zufall“ so wollte, lernte ich in dieser Zeit meinen neuen Lebenspartner kennen und der war Personaler in einem internationalen Unternehmen. Und der sagte ganz klar: Du verdienst zu wenig!

Und so fraß sich ganz allmählich dieser Stachel tiefer ins Fleisch. Du verdienst zu wenig.

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Chancen wahrnehmen – was sonst?

Bis dann ein Job-Angebot alle bisherigen Entbehrungen auf einmal kompensierte: Besserer Standort, schicker Titel und: super Gehalt.

Inhaltlich interessant, spannend auch, weil anspruchsvoller als vorher und das reizte mich ungemein. Die Thematik allerdings für mich wenig inspirierend. Keine aufregenden Events, kein niedliches Spielzeug, keine coole Fashion.

Es sprach zu viel dafür, Marketing ist Marketing, das Produkt ist doch egal. So meine einfache Denke. Das ist leicht gesagt und schnell falsch eingeschätzt, wenn man das „richtige“ Produkt vorher immer hatte.

Dennoch: Großartiges Team, spannendes Umfeld. Vieles habe ich zum ersten Mal gemacht. Viel gelernt. Viel bewegt. Viel gearbeitet – natürlich. 😉

 

Langeweile am Anfang, unglücklich im Job das Ergebnis

Nachdem ich „aufgeräumt“ hatte, Prozesse gerade gezogen und Strukturen etabliert wurde mir ein bisschen langweilig. Deshalb habe ich angefangen, neue Projekte zu starten, in denen ich meine Kreativität einbringen konnte und dabei nicht immer nur Unterstützung erfahren.

Ich war Teil eines Management-Teams, in dem ich zum ersten Mal mit „Politik“ konfrontiert wurde. Ich musste aufpassen, was ich wann wem gegenüber äußerte. Oha! Positiv ausgedrückt: Interessantes Learning…

Und wenn ich mich so zurückerinnere, dann spüre ich, dass hier das Grummeln im Bauch beginnt. Ab hier war’s nicht mehr mein Ding. Das weiß ich heute im Rückblick, damals konnte ich das noch lange nicht sehen.

 

Wenn du auf andere statt auf dich selbst hörst

Hast du bemerkt, wo ich mich selbst verloren habe?

Ich sag’s dir: In dem Moment, wo ich das Gehalt über meine Leidenschaft gestellt habe.

Was habe ich daraus gelernt? Ich weiß erst heute, so viele Jahre später, dass genau das der Knackpunkt war und ist. Zunächst dachte ich: Für mich.

Aber nein. Mittlerweile habe ich festgestellt: Für jeden!

Wenn die Leidenschaft verloren geht, wenn das, was du tust nicht mehr dem entspricht, was du magst und worin du gut bist, wenn du auf andere hörst statt auf dich, wenn du gegen deine eigenen Werte handelst, dann kannst du auf Dauer nicht erfolgreich und glücklich sein. Das sehe ich jeden Tag.

Ich habe mein Glück in der Selbstständigkeit gefunden. Vielleicht ist das auch eine Option für dich? Finde es heraus im Sommerkurs ab 16.08. – es ist kostenfrei!

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Auf jedem Weg gibt es wieder eine Abzweigung – beweg‘ dich!

Heißt das jetzt, nichts zu wagen? Nein, im Gegenteil. Ich hätte so vieles nicht erlebt und nicht gelernt und könnte heute nicht das tun, was ich tue und worauf mich genau diese Erfahrungen vorbereitet haben.

Jeder Fortschritt ist gut, auch wenn es am Ende nicht die richtige Richtung ist. Aber du musst dich bewegen. Wenn du dich nicht mehr bewegst, bist du tot.

Stehe nicht still, schon gar nicht, wenn du unglücklich im Job bist.

Und weißt du was? Egal, welche Abzweigung du nimmst, es kommt immer wieder eine Gelegenheit, den Kurs zu ändern. Es geht immer weiter. Das ist doch beruhigend, oder?

 

Meine Nachdenk-Fragen an dich, wenn du unglücklich im Job bist

  1. Wie entwickelst du dich weiter? Was tust du dafür? Traust du dich, auch mal eine unbekannte Abzweigung zu nehmen? Oder stehst du schon seit längerem auf der Stelle?
  2. Wie steht es um deine Leidenschaft im Beruf, im Leben? Siehst du einen Zusammenhang zu deiner Zufriedenheit und zu deinem Erfolg?
  3. Tust du das, was du selbst möchtest? Oder spürst du vielleicht auch dieses Grummeln im Bauch?

Ich wünsche dir viele Entwicklungsschritte und – daraus resultierend – viele Erkenntnisse. Und keine Ausreden, bitte. 😉 Die Zeit war nie günstiger und dein Leben hat dich – genauso wie mich – ideal auf den nächsten Schritt vorbereitet.

Was sind deine Erfahrungen aus deiner beruflichen Geschichte? Ich freue mich über deinen Kommentar!

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Photo by Rawpixel on Unsplash

 

Häufig gestellte Fragen

Warum bin ich so unglücklich in meinem Job?

Wenn du in deinem Job unglücklich bist, dann gibt es irgendwo einen Konflikt zwischen dem, was du wirklich brauchst (z.B. Anerkennung, Selbstwirksamkeit, Gemeinschaft/Zugehörigkeit, Respekt, Sicherheit, Motivation) und dem, was du in deinem Beruf bekommst. Bei offenen Konflikten und Mobbing ist die Situation eindeutig. Schwieriger ist es, wenn eigentlich alles ganz gut läuft und du trotzdem nicht glücklich bist. Hier musst du tiefer gehen und dich fragen, welches deine höheren Ziele im Leben und deine Werte sind. Zahlt deine Arbeit nicht darauf ein, sondern zieht dich ständig in eine andere Richtung oder zwingt dich zu Kompromissen, kannst du in deinem Job nicht glücklich werden.

Ich bin unglücklich in meinem Job, was soll ich tun?

Du kannst einiges unternehmen, wenn du in deinem Job unglücklich bist. Ein paar Fragen, die du dir stellen kannst sind: Liegt es an den Beziehungen mit Kollegen oder Vorgesetzten? Ist es die Tätigkeit an sich? Kannst du dich nicht mit dem Unternehmen identifizieren? Sobald du das weißt, kannst du etwas dagegen tun. Du kannst mit den Menschen sprechen, dich versetzen lassen, das Unternehmen wechseln. Vielleicht liegt es aber gar nicht an deinem Arbeitsumfeld, sondern du bist an einem Punkt angelangt, an dem du etwas Neues, anderes, ganz eigenes tun möchtest. Deine ganz persönlichen Ziele erreichen und nach deinen eigenen Werten und Maßstäben arbeiten. Dann solltest du dich selbstständig machen.

Ich bin immer wieder unglücklich in meinen Jobs, wer kann mir helfen?

Wenn du immer wieder in deinen Jobs unglücklich bist, solltest du dich auf den Weg zu dir selbst machen: offensichtlich erfüllt dein Beruf deine innersten Bedürfnisse nicht und du kannst deine Werte nicht leben. Frage dich, was du wirklich willst – im Leben, nicht nur im Beruf. Bei dieser Suche kann dir ein Coach helfen. Coaches sind dazu ausgebildet, mit dir zusammen zu prüfen, wo du stehst, wo genau die Schwierigkeiten liegen und helfen dir mit erprobten Strategien und Methoden, deine Ziele zu erreichen. Es gibt verschiedene Spezialisierungen und viele Coaches bieten kostenfreie Erstgespräche an. So kannst du in Ruhe entscheiden, welcher Weg der richtige für dich ist.

Gibt es einen Test, mit dem ich herausfinden kann, ob mich mein Job noch glücklich macht?

Am besten testest du, ob dich dein Job noch glücklich macht, indem du tief in dich hineinhorchst und beobachtest, welche Gedanken und Gefühle du hinsichtlich deiner Arbeit hast. Würdest du die Arbeit auch gerne tun, wenn du nicht dafür bezahlt würdest? Stehst du gerne morgens auf und fühlst dich nach einem Arbeitstag zwar müde aber zufrieden? Wie fühlst du dich bei dem Gedanken, noch 20 Jahre weiter in diesem Job zu arbeiten? Denk an dich als Kind: wärst du zufrieden mit deinem jetzigen Selbst oder enttäuscht? Jetzt wirst du ziemlich genau spüren, ob es dir in deinem Job noch gut geht oder ob es Zeit für eine Veränderung ist.

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