Welche Highlights hat das Leben dir dieses Jahr beschert und vor welche Herausforderungen hat es dich gestellt? Was hattest du eigentlich vor und welche Ziele hattest du dir gesetzt?

Diese und noch einige andere Fragen stelle ich mir jedes Jahr zwischen Weihnachten und dem 6. Januar (der ist in Bayern noch ein Feiertag ;-)). Diese Tage „zwischen den Jahren“ sind ideal, um das vergangene Jahr zu reflektieren.

Ich koste das so richtig aus. Es ist so eine Art Auszeit. Eine Zeit, in der keiner etwas erwartet und die Arbeit mich „in Ruhe lässt“. Und so völlig ungezwungen liebe ich es am allermeisten, ausgiebig Pläne zu schmieden.

Aber auch, über mich nachzudenken. Denn Träume und Pläne schmieden ist zwar wichtig, weil sie die Triebfeder sind. Aber ohne konkrete Ziele kommen sie nicht zur Umsetzung. Und in diese Ziele solltest du nebst deiner Träume auch deine Erfahrungen mit einfließen lassen.

  • Was lief in diesem Jahr gut, was eher nicht?
  • Was habe ich Neues erlebt und was gelernt?
  • Welche Begegnungen sind mir in Erinnerung geblieben?
  • Und welche neuen Menschen gibt es seit diesem Jahr in meinem Leben?
  • Welche Aha-Erlebnisse bzw. –Erkenntnisse gab es?

Mir Ziele zu setzen, das habe ich im Job gelernt. Und dabei habe ich es viele Jahre belassen. Ja, ich muss zugeben, dass ich lange Zeit ziemlich planlos in die Zukunft hinein gelebt habe. Diese war relativ vorbestimmt und zwar durch die Arbeit. Der Job steckte den Rahmen ab. Klar war, dass ich dort erfolgreich sein wollte, wie genau, das habe ich mir nicht überlegt.

Manchmal gab es „gute Vorsätze“ an Silvester. Aber Vorsätze sind eben keine Ziele und deshalb bleibt es dann meistens auch beim frommen Wunsch, der nie realisiert wird.

Die Magie von Zielen

Wozu braucht es Ziele überhaupt? Wir sind doch sowieso schon so verplant, müssen wir uns wirklich NOCH mehr Druck machen?

Ziele bedeuten nur dann Druck und Stress, wenn die eigene Motivation fehlt. Solange du meinst, du „müsstest“ das Ziel erreichen. Oder – wie das bei mir häufig der Fall war – solange du Ziele erreichen willst, nur um des Ziels willen und nur, weil dein Kopf dir das vorschreibt.

Beispiel: Ich gehe 3 mal pro Woche Joggen. Ich will, dass ich das mache, weil ich fit werden will. Diese Art von Wollen ist ein Zwang, den mir mein Verstand auferlegt. Fit zu sein ist mir zwar wichtig, aber es steckt keine tiefere Motivation hinter diesem Ziel. Und ich werde die Wochen, in denen ich das durchziehe, an einer Hand abzählen können.

Wenn du Ziele hingegen richtig setzt, dann machen sie dein Leben leichter und dich zufriedener.

3 entscheidende Vorzüge von Zielen, an die keiner denkt

Eigenverantwortung
Sich Ziele zu setzen bedeutet, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und damit Kontrolle auszuüben. Es gibt nichts Schlimmeres als die eigene Wirksamkeit zu verlieren. Indem du dir Ziele setzt, gehst du raus aus der Opferrolle. In dem Moment hast du es nämlich selbst in der Hand – auch wenn du deine Ziele nicht erreichst. Natürlich kannst du dann keinem Anderen mehr die Schuld geben. Und das ist super!

Statt eine Feder zu sein, die vom Wind immer weiter getrieben wird – wahllos über Straßen und Felder, bis sie sich vielleicht an einem Ast verfängt – bestimmst du selbst über dein Leben und den Erfolg, wenn du dir die richtigen Ziele setzt und diese durch konsequentes Handeln umsetzt.

Fokus
Ziele zu setzen, hilft dir dabei, Meilensteine festzulegen und deinen Fokus zu behalten.
Wo will ich hin? Das setzt Energie frei und lenkt diese in die richtige Richtung. Und: Ziele machen deine Vorhaben detailliert und greifbar. Sie bleiben eben nicht schwammig irgendwie und wenn nicht so, dann eben anders. Nein, du entscheidest dich, und dein Verstand fängt wie von alleine an, sich einen Weg zum Ziel zu überlegen.

Entwicklung
Indem du dir Gedanken über deine Ziele machst und diese anschließend verfolgst, entwickelst du dich während dieses Prozesses persönlich weiter. Schon nach einem halben Jahr wirst du zurück blicken und feststellen, wie sehr du dich verändert hast. Dabei ist es gar nicht ausschlaggebend, dass du deine Ziele 1:1 erreichst. Oft stellt sich auch heraus, dass du deine Ziele verändern oder den Zeithorizont anpassen musst. So what?

Warum du dir deine guten Vorsätze sparen kannst

Magie, Vorzüge, … schön und gut. Aber wir alle kennen diese Ziele, die es nie bis zur Realisierung schaffen. Wie nimmt man sich die Dinge so vor, dass man sie auch tatsächlich in die Tat umsetzt? Wie setzt du dir richtig Ziele? Genau da liegt der Hase im Pfeffer und genau das unterscheidet Ziele von guten Vorsätzen.

In Zusammenhang mit Zielformulierung ist dir die SMART-Formel bestimmt ein Begriff:
S wie spezifisch
M wie messbar
A wie aktionsorientiert
R wie realistisch
T wie terminiert

Ich bin absolut d’accord, dass es wichtig ist, die Ziele konkret – gerne nach SMART – zu formulieren. Aber viele Anleitungen beschränken sich darauf. Über Zielsetzung kann man tagelange Seminare abhalten, was den Rahmen eines Blogbeitrags weit sprengen würde. Aber selbst in einem kurzen Artikel greift mir SMART alleine doch ein bisschen ZU kurz.

So finde ich es nicht besonders „smart“ (diesmal klein geschrieben ;-)), mit jeder Zielsetzungsperiode – ein Jahr ist ideal – wieder von Null zu beginnen. Meiner Meinung nach macht es wenig Sinn, Ziele zu formulieren, losgelöst von dem, was war.

Schon klar, dass manches Jahr nicht so toll gelaufen ist und man es einfach nur noch abhaken und am liebsten auf einem weißen Papier ganz frisch anfangen will. Damit verschenkst du allerdings wertvolle Erkenntnisse.

Wir machen ja alle ungern Fehler – mich eingeschlossen. Niederlagen und Tiefschläge möchten wir so wenige wie möglich erleben. Was diese unliebsamen Erlebnisse jedoch alle gemeinsam haben ist, dass wir aus ihnen vieles lernen können. Ja, mehr sogar als aus den Erfolgserlebnissen.

Wie dich Misserfolge erfolgreich machen

Deshalb tun wir gut daran, auch solche negativen Ereignisse zu beachten und aus einer anderen Perspektive zu betrachten, was im Übrigen auch den Umgang damit leichter macht. Bewerte Krisen als Chancen. Frage dich: Warum ist es so gekommen? Auch wenn du selbst offensichtlich keine Verantwortung an dieser Situation trägst. Was ist gut daran, selbst wenn du zunächst überhaupt nichts Positives daran finden kannst. Frage dich, was du daraus lernen sollst.

Ich bin mittlerweile überzeugt, dass wir nur die Krisen „bekommen“, die wir „brauchen“. Das hat nichts mit Esotherik oder Hokuspokus zu tun, sondern mit meiner eigenen Erfahrung. Und was ich außerdem selbst erfahren habe: Wenn du ein Thema nicht löst, aus deinen Fehlern nicht lernst und sie wieder machst, dann werden die Krisen und Tiefschläge immer härter. So lange bis du es kapiert hast.

Also: Sinnvoll Ziele setzen ist für mich nicht möglich ohne Erfahrungen zu reflektieren.

Deshalb lautet meine Jahresziele-Erfolgsformel:

Ziele in Bezug gesetzt: Reflektion + Erfahrungen

Reflektion
Die richtigen Antworten zu finden, hängt fundamental davon ab, dass du die richtigen Fragen stellst. Beachte, dass du ja nicht nur die Ereignisse des Jahres ins Gedächtnis rufen willst, sondern vor allem genau die Elemente herausfinden, die entscheidend waren und daraus dein künftiges Vorgehen ableiten willst.

Erfahrungen
Was schlussfolgerst du aus den Antworten auf die richtigen Fragen? Welche Erfahrungen, welche „Learnings“ kannst du daraus ableiten und was bedeutet das für dich in Zukunft? Was willst du in Zukunft verändern?

Und wie ist es dir mit deinen Zielen in diesem Jahr ergangen? Waren die Ziele erreichbar? Wenn nein, warum nicht? Hat dies Auswirkungen auf deine Ziele fürs nächste Jahr? Willst du dir dieselben Ziele noch einmal vornehmen?

Im folgenden habe ich einige Fragen zusammen gestellt, die zum Nachdenken anregen. Es geht hierbei darum, zunächst zu reflektieren. Das darf gerne ein unstrukturierter Prozess sein. Ein lockeres und zwangloses Sinnieren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Mach’ es dir so richtig gemütlich und schau einfach, welche Gedanken kommen. Beantworte die Fragen, indem du sie von Hand aufschreibst.

  1. Wer sind die 20% Menschen, die in diesem Jahr 80% zu meinem Glück, zu meiner persönlichen oder beruflichen Weiterentwicklung und zu dem Gefühl, emotionale Unterstützung zu erhalten, beigetragen haben? Wie, warum und wo habe ich diese Menschen kennen gelernt? Sind dies Menschen aus meinem Bekanntenkreis oder Personen, die ich vorher nicht kannte? Kann ich daraus ableiten, wie ich nächstes Jahr mein Netzwerk erweitern sollte? Kann ich meine Beziehung zu diesen Menschen in diesem Jahr noch vertiefen? Wie kann ich diesen Menschen etwas zurückgeben?

2. Wer sind die 20% der Menschen, die 80% zu meinen Sorgen, zu schlechten Gefühlen oder Ereignissen beigetragen haben? Warum war das so? Lassen sich Muster erkennen? Macht es Sinn, diese Menschen in Zukunft zu meiden? Was kann ich sonst verändern?

3. Was sind meine drei bis fünf größten Erfolge dieses Jahr? Wie sind sie zustande gekommen? Wie waren die Umstände? Welche Personen waren daran beteiligt? Wie kann mir das oder ähnliches wieder gelingen? Wie hätte ich das Gleiche mit nur 20% des Aufwands erreichen können?

4. Was waren meine drei größten Rückschläge oder Misserfolge dieses Jahr? Oder: Was ist mir einfach nicht gut gelungen? Wie ist dies zustande gekommen? Wie waren die Umstände? Welche Personen waren daran beteiligt? Was habe ich daraus gelernt? Wie kann ich verhindern, dass mir das wieder passiert?

5. Was ist die eine Sache, von der ich wünschte ich hätte sie dieses Jahr getan bzw. nicht getan (oder mehr getan oder weniger getan)?

6. In welcher Zeit war ich letztes Jahr

  • am glücklichsten, am begeistertsten, am zufriedensten?
  • am unglücklichsten, am lustlosesten, am meisten unter Stress?

Was habe ich während dieser Zeiten gemacht? Wie waren die Umstände? Welche Personen waren daran beteiligt? Was habe ich daraus gelernt? Wie kann ich dies nächstes Jahr wiederholen bzw. verhindern?

7. Was möchte ich im nächsten Jahr wiederholen? Und was habe ich dieses Jahr zum letzten Mal bzw. zum letzten Mal SO gemacht?

8. Was war das wichtigste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe? Warum habe ich es gelesen? Was habe ich daraus gelernt? Wie bin ich darauf gestoßen?

9. Über welche drei Dinge habe ich dieses Jahr meine Meinung geändert? Warum?

10. Was sind die drei wichtigsten Dinge, die ich dieses Jahr über das Leben, Erfolg und andere Menschen gelernt habe?

11. Wenn ich als unbeteiligte Person betrachten würde, was ich letztes Jahr gemacht habe, was würde ich über mich denken? Was würde ich denken, wofür ich mich interessiere? Was sind, von außen betrachtet, meine Ziele und Ambitionen? Was ist mir wichtig? Wovor habe ich Angst? Wie gut passen diese Erkenntnisse (eines außenstehenden Beobachters) mit meinen aktuellen Plänen zusammen?

12. Wenn ich 80 wäre und auf das letzte Jahr zurück schauen würde, was würde ich mir selbst sagen? Welchen Rat würde ich mir für das nächste Jahr geben?

13. Was sind deine großen Träume? Bist du noch deinen Träumen und Wünschen auf der Spur?

Zeit für Ziele

Nachdem du so über dein Leben in diesem Jahr nachgedacht und deine Erfahrungen aufgeschrieben hast, bist du jetzt im richtigen Modus, um neue Ziele zu definieren.
Bestimmt hast du durch die Reflektionsübung auch bereits einige konkrete Ideen und Hinweise gefunden.

Finanzielle Ziele als grobe Richtschnur
Zunächst empfehle ich dir, ein finanzielles Ziel zu setzen. Auch wenn deine Ziele mit Sicherheit weit über Finanzen hinausgehen und auch wenn Geld allein nicht glücklich macht, so stecken deine finanziellen Vorstellungen dennoch schon mal den Rahmen ab.

Bei meinem Vorschlag planst du dein finanzielles Ziel bottom-up, d.h. durch Addition einzelner Posten.

Das funktioniert so:
Schreibe dir eine Liste sämtlicher Ausgabenpositionen, für die du Geld zur Verfügung haben möchtest, also beispielsweise:
Wohnen, Reisen, Auto, Essen und Ausgehen, Kleidung, Vermögensanlagen, Spenden, usw.

Anschließend schreibst du jeweils daneben den Betrag, den du monatlich dafür haben möchtest. Diese Einzelbeträge addierst du am Ende und rechnest noch die Einkommenssteuer drauf. Somit erhältst du den monatlich benötigten Betrag.

Diese Übung hat zwei Effekte:
1. Du stellst womöglich fest, dass es gar nicht sooo viel mehr ist, was du brauchst, um dein Wunschleben zu führen und dass es auch gar nicht so viel ist, was du erwirtschaften müsstest, wenn du z.B. deinen Job kündigen und neu anfangen würdest.
2. Du hast jetzt eine konkrete Zahl und kannst dir überlegen, wie du da hinkommen kannst.

Ziele für deine wichtigsten Lebensbereiche
Schreibe als nächstes auf, welche Lebensbereiche für dich wichtig sind. Bei mir sind das z.B. Sport, persönliche Weiterentwicklung, Finanzen, Partnerschaft, Reisen, Freunde und Beruf.

Im zweiten Schritt grenzt du noch mehr ein, d.h. du wählst die 2-3 wichtigsten Bereiche aus. In diesen Bereichen setzt du dir jetzt Ziele.
Definiere für jeden dieser Lebensbereiche 1-2 Ziele, die du im neuen Jahr erreichen willst. Angenommen, du möchtest im nächsten Jahr deinen Job kündigen und etwas Neues machen, dann wäre das ein berufliches Jahresziel.

Warum du deine Ziele nicht erreichst

… oder Voraussetzungen, damit du deine Ziele erreichst.

1. Die Ziele sind zu groß oder zu klein
Setze dir erreichbare Ziele. Ich habe gelernt, dass Ziele vor allem anspruchsvoll und groß sein müssen, damit sie ausreichend Anreiz bieten. Wenn du das Ziel dann nur zur Hälfte erreichst, dann ist das immer noch mehr als ein kleines Ziel komplett zu schaffen.

Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so eindimensional. Eine Vision sollte groß sein. So groß, dass sie vielleicht sogar ein bisschen Angst einflößt. Ein Ziel hingegen sollte machbar und realistisch sein. Trotzdem aber noch so anspruchsvoll, dass es dich motiviert und dass du auf dem Weg zu diesem Ziel Gelegenheiten siehst und Ideen bekommst, die du sonst nicht beachtet hättest. Wenn jedoch von vorneherein klar ist, dass du es nie schaffen kannst, dann wird dich dieses Ziel demotivieren und die Chancen, auch nur in die Nähe zu kommen, werden noch kleiner.

2. Du hast deine Ziele nicht aufgeschrieben
Schreibe deine Ziele auf. Mal ausgemalt und im Kopf behalten, fehlt dem Ziel die nötige Verbindlichkeit. Und die Klarheit. So lässt es sich auch ganz unbemerkt mal verändern und du kannst dich selbst beschummeln. Der Unterschied zwischen Träumen oder guten Vorsätzen und Zielen ist Schriftlichkeit. Schriftlich fixiert ist es ein konkretes Ziel, das du vorher durchdacht hast und das nicht so leicht umgestoßen werden kann. Zudem fällt es später leichter, eine Erfolgskontrolle durchzuführen.

3. Du hast deine Ziele nicht richtig formuliert. Richtig heißt SMART (s.o.)
Viele Menschen formulieren ihr Ziel z.B. so:
Ich möchte beruflich etwas anderes machen.

Das ist nicht SMART.
SMART formuliert könnte das Ziel z.B. lauten:
Ich kündige (AKTIV) bis spätestens 30.06. nächsten Jahres (TERMINIERT), indem ich mir vorher einen Coach suche und einen Plan erarbeite und anschließend meine Selbstständigkeit starte (SPEZIFISCH). Bis Ende des Jahres gewinne ich meine ersten 5 Kunden (MESSBAR).

Ein klar formuliertes Ziel führt dazu, dass es für dich „anfassbar“ wird und dass du über den Weg nachdenkst, dieses Ziel zu erreichen. Wenn du konkrete Zahlen und Termine benennst, dann wirst du auch überlegen, ob du das unter den heutigen Umständen schaffen kannst oder was du dafür tun musst.

4. Du fühlst nicht, warum du dieses Ziel erreichen willst
Kenne dein „Warum“. Du brauchst ein großes Warum, etwas was hinter allem steckt und dich antreibt. Etwas, was deine Energie mobilisiert und dich motiviert. Damit du weißt, warum du es willst. Hinter dem Wunsch zu kündigen könnte z.B. die Motivation stecken, eine bestimmte Leidenschaft zum Beruf zu machen und selbstbestimmt zu arbeiten.

Suche nach dem Warum so lange, bis du etwas gefunden hast, wofür du brennst. Etwas, was dir wirklich wichtig ist, etwas, das starke Gefühle in dir auslöst.

Visualisiere und emotionalisiere
Stelle dir in den lebhaftesten Bildern und wirklich im Detail vor, wie es wäre, wenn du dein Ziel erreicht hättest. Was würdest du sehen? Was würdest du hören? Wo wärst du? Und gehe ins Gefühl. Vor allem ins Gefühl: Wie würde sich das anfühlen? Sorge dafür, dass du diese Emotionen immer wieder hervorrufen kannst, indem du dir ein Visionboard erstellst.

Ich kenne diese Technik schon seit vielen, vielen Jahren, aber ich habe sie nie angewandt. Weil es mir mal zu viel Arbeit war, mal zu „kindergartenmäßig“ vorkam. Ich habe meine Ziele aufgeschrieben und auch schon mal ausgedruckt und fand, das müsste reichen.

Hierbei fehlt jedoch eine entscheidende Dimension: das Gefühl!
Kennst du den Unterschied dabei einerseits aufzuschreiben, dass du eine Villa am Meer haben willst oder andererseits, dir dazu Fotos zu suchen, mit einer Villa, mit genau der Terrasse und genau dem traumhaften Blick, bei dem dir das Herz aufgeht? Eine Villa, die genau die Gefühle von Sommer, Sonne, Wohlbefinden, Freiheit, frischer Luft, Luxus, usw. hervorruft, die du so sehr liebst?

Auf deinem Visionboard solltest du deine Ziele bebildern, aber tatsächlich mit solchen Fotos, die starke Gefühle bei dir hervorrufen. Dieses „selbst gebastelte Plakat“ solltest du an einer Stelle aufhängen, wo du es täglich sehen kannst. Und rufe dir beim Anschauen immer die tiefen Emotionen ins Gedächtnis zurück.

Vom Ziele setzen zum Ziele umsetzen

Wenn du alle oben genannten Punkte berücksichtigt hast, dann hast du die besten Voraussetzungen für realisierbare Ziele geschaffen und es ist sehr wahrscheinlich, dass du „dran bleibst“. Aber dazu musst du selbstverständlich aktiv werden.

Und damit sind wir beim Plan.
Mit deiner Ziele-Vorlage, in die deine Erfahrungen und Beweggründe eingeflossen sind, kannst du sicher gehen, dass du in die richtige Richtung marschierst. So realistisch die Umsetzung deiner Ziele vor dem Jahreshorizont auch sein mögen, es wäre denkbar ungünstig, direkt das große Ziel erreichen zu wollen. Auch wenn ich deine Ungeduld sehr gut verstehe und auch wenn ich dir sehr viel zutraue – damit verdirbst du dir den Prozess, weil du dich nämlich überforderst. Sieht jetzt am Anfang vielleicht gar nicht so aus, aber du solltest ja nicht nur 8 Wochen durchhalten, sondern ein ganzes Jahr.

Deshalb ist es wichtig, deine Ziele in Etappen herunter zu brechen.
Für mich hat es sich als sehr praktikabel erwiesen, in Quartalen, also 12 Wochen zu planen. 12 Wochen sind nicht zu lang- und nicht zu kurzfristig. Konkret zu planen, was über die nächsten 3 Monate hinaus geht, das ist für mich zu weit weg. Da fehlt mir der Bezug. Es ändert sich in 3 Monaten einfach zu viel.

Ich mache das so:
Ich plane von meinem Jahresziel rückwärts, d.h. ich überlege, was ich mir als Endresultat vorstelle und welche Meilensteine ich der Reihe nach erreichen muss, um mein Ziel zu schaffen.

Dann teile ich diese Meilensteine auf 4 Quartale auf. Anschließend überlege ich mir, welche Aktivitäten ich ganz konkret bis wann erledigen muss, um die Meilensteine zu schaffen. Und zum Schluss plane ich den ersten Monat des 1. Quartals, das wäre also der Januar. Dabei sortiere ich meine Aktivitäten nach zeitlicher Reihenfolge, aber auch nach Wichtigkeit. Du solltest für jedes Ziel 5-10 konkrete Schlüsselaktivitäten pro Woche durchführen.

Meine Schlüsselaktivitäten schreibe ich in eine Todo-Liste oder in einen Kalender und überprüfe jede Woche, in wiefern ich sie umgesetzt habe. Ich plane übrigens nicht mehr taggenau, weil sich das oft nicht so genau steuern lässt und ich jedes Mal frustriert war, wenn ich mein Tagespensum nicht geschafft habe.

Zum Ende jedes Monats überlege ich mir meine Aufgaben für den nächsten Monat. Und zum Ende jeden Quartals plane ich die Meilensteine für das Folge-Quartal.

So beschäftige ich mich mindestens einmal im Monat mit meinen Zielen und verliere sie nie aus den Augen.

Sorge für Erfolgserlebnisse: Sofort!

Deine Schlüsselaktivitäten brauchen keine Mammutaufgaben zu sein. Im Gegenteil: Baue dir damit keine Hürden auf. Es ist wichtig, dass du sofort ins Tun kommst – gerne mit ganz kleinen Schritten.

Wenn du dich vor irgendeiner Aufgabe scheust, dann mache sie kleiner. Wenn du zum Beispiel 3 mal die Woche joggen willst, dann fange erst mal mit 10 Minuten pro Lauf an. Oder mit 5. Breche die Aufgabe so weit herunter, bis sie für dich kein Problem mehr darstellt. So lange bis du das Gefühl hast, das mit Leichtigkeit zu schaffen. Damit trickst du deinen inneren Schweinehund aus. Gewöhne ihn ganz langsam an ganz kleine Veränderungen. Dann bemerkt er es nicht. 😉 Allmählich kannst du deine Aktivitäten steigern.

Lass dir helfen

Suche dir Unterstützung bei Gleichgesinnten. Ziele durchzuziehen funktioniert z.B. zu zweit mindestens doppelt so einfach wie allein. Dieser Punkt wird leider sehr oft unterschätzt. Doch gerade hier bieten sich sehr viele Chancen.

Suche aktiv nach Leuten, die ehrgeizige Ziel verfolgen. Schließ dich mit ihnen zusammen.
Tue dich mit einer Freundin zusammen und sprecht regelmäßig über eure Ziele, eure Aktivitäten und eure Herausforderungen. Mit einem Partner oder einer größeren Mastermind-Gruppe hast du jemanden, der dir Mut macht, dich aufbaut und dir falls nötig auch mal einen liebevollen Tritt in den Hintern gibt. Du kommst wesentlich schneller voran, nicht zuletzt deshalb, weil du von den Meinungen und der Sichtweise der anderen profitierst.

Jetzt bist du dran

Starte mit einer Vision, einem Traum. Und der darf riesig sein! Schwelge so richtig in deiner idealen Zukunft. Das soll Spaß machen! Nichts ist unmöglich. Stelle dir deine Zukunft bildlich vor und fühle dich hinein.

Erstelle ein Visionboard und leite deine konkreten Ziele ab.

Lass uns teilhaben, an deinen Träumen und Zielen und schreibe sie in das Kommentarfeld unten. Ich bin wirklich gespannt!

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