Ins handeln kommen. Wozu Hilfe? Eigentlich kann ich das alles selbst! Berufliche Neuorientierung

Ins Handeln kommen: Warum „Das kann ich alles schon“ dich nicht weiterbringt


Als ich mein erstes Coaching gebucht hatte, konnte ich in der Nacht nicht gut schlafen. 10.000 Euro hatte ich für ein Marketing-Coaching ausgegeben, obwohl ich doch Marketing studiert und jahrzehntelang beruflich gemacht hatte. Immer wieder dachte ich: Eigentlich kann ich das doch alles selbst. Heute weiß ich, dass Wissen und Können die eine Seite sind, ins Handeln kommen eine andere.

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Zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich schon mehrere Businesses erfolgreich aufgebaut – für die Unternehmen, in denen ich angestellt war. Ich hatte unzählige Positionierungen entwickelt und Marketing in allen Facetten gemacht. Warum also buchte ich jetzt eine Beratung, um genau das für mein eigenes Geschäft zu machen? Mein Partner stellte mir diese Frage auch. Er schüttelte nur den Kopf und fragte, warum ich dafür so viel Geld ausgäbe.

Eine gute Antwort hatte ich nicht. Aber nach und nach spürte ich, dass ich zwar Marketing konnte, es für mich selbst aber eine ganz andere Nummer war. Zum einen steckte ich viel zu tief drin, um meine eigene Situation mit dem nötigen Abstand zu sehen. Zum anderen fiel es mir super schwer, dranzubleiben, obwohl ich den Prozess kannte.

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Eigentlich kann ich das alles selbst! Warum du trotzdem nicht ins Handeln kommst

 

Was mir mein erstes Coaching wirklich gebracht hat

Ja, einige Inhalte waren neu für mich, da habe ich dazugelernt. Doch das meiste wusste und konnte ich tatsächlich schon. Der eigentliche Gewinn lag ganz woanders, und der war mir das Geld mehr als wert. Ich habe mir damals zum Ziel gesetzt, alles, was von mir verlangt wurde, Schritt für Schritt, sehr diszipliniert und zeitnah abzuarbeiten. An diesen Rahmen habe ich mich eisern gehalten, was längst nicht alle Teilnehmer getan haben.

Warum ich so konsequent war? Naja, unter anderem, weil ich so viel Geld ausgegeben hatte. 😉 Das hat geholfen.

Schon nach vier Monaten hatte ich die ersten Kunden, noch bevor meine Website online war. Im Lauf des Programms kamen meine erste Website, mein erster Leadmagnet und mein E-Mail-Marketing-System dazu, und am Ende stand mein Business.

Der wesentliche Gewinn dieses Coachings war der vorgegebene Rahmen. Das war für mich damals eine wirklich neue Erkenntnis, weil ich vorher überhaupt nicht in Erwägung gezogen hatte, dass das für mich von Wert sein könnte. Ich dachte, ich kaufe Wissen. Bekommen habe ich vor allem die Struktur und eine Verbindlichkeit, die ich mir selbst so nicht hätte geben können.

Über die letzten Jahre habe ich noch einige Coachings gebucht, alles in allem für einen sechsstelligen Betrag. Nicht jedes war hilfreich, aber in Summe habe ich viel rausgeholt. Ich habe mich dadurch weiterentwickelt, habe heute eine andere Haltung und mehr Resilienz und gehe anders mit Niederlagen und Problemen um. Auch das sind Konsequenzen aus der Summe dieser Coachings.

 

Du kannst das eigentlich alles – warum du es trotzdem noch nicht gemacht hast

Neulich hatte ich ein Gespräch mit einer Interessentin. Sie suchte Unterstützung bei ihrer beruflichen Neuorientierung. Nachdem ich ihr meinen Prozess vorgestellt hatte, sagte sie sinngemäß: „Eigentlich weiß ich das alles schon, und eigentlich kann ich das alles selber.“

Ich fragte sie: „Warum hast du es dann noch nicht gemacht?“

Ihre Antwort kam sofort: „Eben, das ist genau die Frage.“

Diesen Satz, „eigentlich kann ich das alles“, höre ich in meiner Beratungspraxis immer mal wieder, und ich kenne ihn ja von mir selbst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man es zwar kann, selbst aber trotzdem nicht macht. Du kannst alles Wissen dieser Welt haben, wenn du es nicht umsetzt, bringt es dir nichts.

Vielleicht verstehst du das an dieser Stelle noch nicht ganz, denn du bist es ja gewohnt, Dinge voranzubringen. Und trotzdem fällt es gerade erfahrenen Führungskräften oft so schwer, für sich selbst etwas voranzubringen, was sie für andere oder in ihrer Anstellung viele Jahre ohne Mühe gemacht haben.

 

Warum sich Hilfe holen wie ein Eingeständnis anfühlt

Mit Methode oder Geld hat das nichts zu tun. Du glaubst wirklich, dass du es kannst (und wahrscheinlich ist das auch so). Du möchtest keine Hilfe in Anspruch nehmen, weil du von dir selbst erwartest, das allein schaffen zu müssen. Zuzugeben, dass du es nicht allein schaffst, fühlt sich nicht gut an. Und wenn es dabei dann auch noch um das eigene Fachgebiet geht, wirkt es geradezu wie ein Armutszeugnis, das man sich selbst ausstellt.

Gerade Menschen aus dem Marketing oder aus dem HR-Bereich sagen mir manchmal, es sei ihnen fast peinlich, sich ausgerechnet bei ihrem eigenen Thema Unterstützung zu holen, eigentlich müssten sie das doch selbst können. Meine Antwort darauf ist immer dieselbe: Wer so handelt, ist schlau.

Ich kenne diese innere Stimme sehr gut: „Das hast du doch jahrelang für andere gemacht. Wenn du jetzt Hilfe brauchst, stimmt doch irgendwas nicht mit dir.“

Aber das ist Quatsch. Etwas für sich selbst zu tun, was man für andere kann, ist schlicht eine andere Sache. Ich sage immer: Ein Starfriseur schneidet sich auch nicht selbst die Haare. Und niemand würde ihm deshalb sein Können absprechen.

 

Jeder Spitzensportler hat mindestens einen Coach

Mir hat damals ein Vergleich geholfen, einen Knoten zum Platzen zu bringen. Ich hatte den Glaubenssatz verinnerlicht, ich müsse alles selbst können, und einen Coach zu nehmen war für mich ein Zeichen von Schwäche. Bis mir klar wurde, dass jeder Spitzensportler einen Coach hat und das dort als völlig normal gilt.

Niemand käme auf die Idee zu fragen, warum ein Spitzensportler einen Coach braucht und seine Leistung nicht allein schafft. Im Gegenteil, es wäre naiv zu denken, dass das funktioniert. Der Coach kennt den Prozess, hält ihn am Ball und hilft ihm, über vermeintliche Grenzen zu gehen, weil er an ihn glaubt, manchmal sogar mehr als die Person selbst.

Dasselbe Prinzip gilt, wenn du dich beruflich neu aufstellst. Wer sich Unterstützung holt, geht mit dem notwendigen Respekt und der notwendigen Ernsthaftigkeit an dieses Vorhaben, und genau so solltest du es auch tun.

 

Was dir zusätzlich im Weg steht, wenn du ins Handeln kommen willst

Neben dem Gefühl, sich durch Unterstützung eine Blöße zu geben, sehe ich drei weitere Hürden, die gerade erfahrene Führungskräfte ausbremsen. Sie wirken oft gleichzeitig, und das macht es umso schwerer, ins Handeln zu kommen.

#1 Der blinde Fleck

Gerade wer viel weiß und kann, sieht die eigenen blinden Flecken besonders schlecht. Du denkst in einer Box, und die hat jeder von uns. Ein Blick von außen entdeckt oft ganz schnell, was dir seit Monaten entgeht, einfach weil dir der Abstand fehlt.

Genau das war auch bei meiner Interessentin der Fall. Sie wusste viel, aber ihre blinden Flecken wollte sie sich nicht eingestehen. Das ist menschlich, und es ist teuer, denn solange du sie nicht siehst, drehst du dich im Kreis.

 

#2 Noch ein Training, noch eine Vorbereitung

Die zweite Hürde sieht von außen aus wie Fleiß. Du machst noch eine Weiterbildung, liest noch ein Buch, bereitest noch etwas vor, und die eigentliche Umsetzung schiebst du immer weiter vor dir her. Das ist produktive Prokrastination, und sie fühlt sich gut an, weil du ja beschäftigt bist und letzten Endes in Richtung deines Ziels arbeitest.

Doch dahinter steckt oft etwas anderes. Solange du Wissen sammelst, musst du dich nicht damit auseinandersetzen, dass Umsetzung etwas ganz anderes braucht, nämlich sichtbar zu werden und anzufangen, auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Gerade dieser Perfektionismus stellt für viele eine riesige Hürde dar. Wie stark dich das Aufschieben bremsen kann, habe ich in Wie Prokrastination dich hindert, dein Leben zu leben beschrieben.

Die entscheidende Frage ist: Brauchst du jetzt wirklich noch mehr Wissen, oder brauchst du eher jemanden, der dafür sorgt, dass du dein Wissen in die Umsetzung bringst? Bei meiner Interessentin war es eindeutig das Zweite, und bei mir damals auch.

 

#3 Du kennst das Machen nur noch von früher

Ich selbst kam aus dem Konzern, als ich mich selbstständig machte, und hatte Jahrzehnte nur noch Führungsrollen. Mein Job bestand darin, zu steuern und zu lenken, zu beurteilen und Entscheidungen zu treffen. Die operative Umsetzung, die es für einen Business-Start braucht, lag dagegen weit zurück. Wie mein Weg aus dem Konzern insgesamt verlaufen ist, erzähle ich in Karriereausstieg mit 50: Mein Weg aus dem Konzern in die Selbstständigkeit.

Das geht vielen so, die viele Jahre in einer Führungsposition waren. Du bist so weit weg von der Basis, dass du delegieren und führen kannst, das Machen selbst aber ein Stück weit verlernt hast, auch weil du dich in den operativen Themen gar nicht mehr auskennst. Plötzlich musst du ein Angebot schreiben oder einen Beitrag für Social Media, und du fragst dich, wie und wo du anfangen sollst. Damit rechnet kaum jemand, und es fällt vielen schwerer, als sie je gedacht hätten. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst, habe ich auch in Als Führungskraft selbstständig machen – Aber ich kann doch nur managen aufgeschrieben.

Das gilt übrigens genauso, wenn du einen neuen Job suchst. Deine eigene Positionierung entwickeln, dein Profil schärfen, dein Netzwerk gezielt ansprechen, all das kannst du nicht an ein Team delegieren.

 

Was dich das Selbermachen wirklich kostet

Bleibt die Frage, die meine Interessentin am meisten beschäftigte: „Ist mir eine Beratung das Geld wert, oder bekomme ich für den Preis nicht doch den Hintern hoch und mache es selbst?“ Ich habe da so meine Zweifel.

Deshalb habe ich sie gefragt, wie hoch ihre Lebenshaltungskosten im Monat sind, und dann gemeinsam mit ihr ausgerechnet, wie viele Monate Lebensunterhalt eine Beratung sie kostet. Das Ergebnis waren zwei bis drei Monate. Gemessen daran, dass sie bereits seit über einem Jahr nichts verdient und nicht weiterkommt, weil sie sich die ganze Zeit sagt, dass sie es eigentlich selbst kann, ist das wenig. Weitere sechs Monate in derselben Schleife kosten sie deutlich mehr Geld als die Unterstützung.

Das Tückische daran ist, dass die Kosten des Selbermachens unsichtbar sind. Die Rechnung für eine Beratung siehst du schwarz auf weiß, die Monate ohne Umsatz, ohne Kunden oder ohne neuen Job nicht. Wenn du also überlegst, ob sich Unterstützung für dich lohnt, rechne auch die andere Seite durch. Was kostet es dich, wenn du weiter festhängst, verglichen damit, wie viel schneller du mit Unterstützung sein könntest? Mehr dazu, wie du den Wert einer Begleitung einschätzen kannst, findest du in Lohnt sich ein teurer Coach?

 

Ins Handeln kommen durch den richtigen Rahmen

Wenn ich auf meinen eigenen Start zurückblicke, hat mich weder die Offenbarung geheimnisvollen Wissens noch eine ganz besondere Methode wirklich vorangebracht. Den Unterschied haben der Rahmen und das Dranbleiben gemacht, Schritt für Schritt, in der vorgegebenen Zeit, mit jemandem, der den Prozess kennt. Wie viel Tempo allein dadurch entsteht, dass du Dinge zügig umsetzt, statt sie zu perfektionieren, beschreibe ich auch in Speed of Implementation – Mit Geschwindigkeit zum Erfolg.

Was dir weiterhilft, ist deshalb eine Struktur, die dich von einem Schritt zum nächsten führt, und jemand, der dich am Ball hält, damit du diese Schritte auch wirklich gehst.

Ich empfehle dir, das möglichst schnell anzugehen und nicht noch weitere Monate oder sogar Jahre zu verlieren.

Wenn du merkst, dass dir genau dieser Rahmen, diese Struktur und diese Verpflichtung fehlen, dann schau dir mein aktuelles kostenloses Angebot an. Dort findest du den nächsten Schritt: sabinevotteler.com/aktuell

Wie ist das bei dir: Holst du dir Unterstützung, oder sagst du dir „eigentlich kann ich das selber“?

 

Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn ich nicht ins Handeln komme, obwohl ich weiß, was zu tun ist?

Wenn das Wissen da ist und trotzdem nichts passiert, helfen meist ein klarer Rahmen und jemand, der dich am Ball hält. Ein strukturierter Prozess, in dem du jede Aufgabe Schritt für Schritt in einer festen Zeit erarbeitest, bringt dich weiter als noch ein Training oder noch ein Buch. Frag dich ehrlich, ob du gerade mehr Wissen brauchst oder mehr Verbindlichkeit.

 

Lohnt sich ein Business-Coach, wenn ich das Fachwissen selbst habe?

Oft ja, denn der größte Gewinn liegt selten im Inhalt. Ich hatte Marketing studiert und mehrere Businesses aufgebaut und habe trotzdem ein Gründungscoaching gebucht. Das meiste wusste ich schon, entscheidend waren der strukturierte Prozess und die Verbindlichkeit, und schon nach vier Monaten hatte ich die ersten Kunden, noch bevor meine Website online war. Damit habe ich viele Monate gespart, in denen ich kein Einkommen gehabt hätte, und so hat sich das Coaching allemal gerechnet.

 

Warum fällt es Führungskräften oft schwer, sich selbstständig zu machen?

Gerade die operative Umsetzung und die vielen kleinen Detailaufgaben strengen Führungskräfte beim eigenen Start oft sehr an. Wer viele Jahre geführt hat, kann beurteilen, steuern und delegieren, ist aber weit weg von der operativen Arbeit. Plötzlich musst du selbst ein Angebot schreiben oder einen Beitrag für Social Media verfassen und weißt zunächst nicht, wo du anfangen sollst. Dazu kommen blinde Flecken beim Blick auf die eigene Situation und der Anspruch, alles allein schaffen zu müssen.

 

Warum fällt es mir so schwer, mir Hilfe zu holen?

Wer viele Jahre erfolgreich war, erwartet von sich oft, alles allein zu schaffen, und empfindet Hilfe als Eingeständnis von Schwäche, besonders im eigenen Fachgebiet. Dabei hat jeder Spitzensportler einen Coach, und niemand hält das für Schwäche. Für sich selbst zu tun, was man für andere kann, ist eine andere Sache, so wie sich auch ein Starfriseur nicht selbst die Haare schneidet. Ein Blick von außen hilft dir, blinde Flecken zu erkennen, und jemand, der dich am Ball hält, sorgt dafür, dass du dranbleibst.

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